Vorerst keine neuen Lockerungen

Politik / 23.03.2021 • 13:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorerst keine neuen Lockerungen
Das Vorarlberger Modell der überwachten Selbsttests soll auch in anderen Bundesländern umgesetzt werden. VN/STEURER

Bleibt die Lage in Vorarlberg stabil, könnten ab 12. April weitere Schritte folgen.

Wien Vorerst bleibt alles beim Alten. Die Coronamaßnahmen in Österreich werden weder gelockert noch verschärft. Die Zukunft der Pandemiebekämpfung liegt nun in der Regionalisierung. Die Republik wird zu drei Zonen. Die stark belastete Ostregion (Wien, Niederösterreich, Burgenland), jene im Mittelfeld (von Tirol bis Oberösterreich) und Vorarlberg. Das Land steht mit 67 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Bewohnern deutlich besser da als alle anderen. In Wien ist die Zahl fast fünf Mal so hoch. Die Intensivstationen geraten vor allem im Osten Österreichs an ihre Grenzen.

Besonders die Bundeshauptstadt zeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Daran erinnert auch Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). In Vorarlberg sei die erste Lockerungswoche gut verlaufen, die Lage aktuell stabil. “Die kommenden zwei, drei Wochen müssen wir nun wirklich sicheren Boden gewinnen, in der Hoffnung, dass die Infektionsraten nicht dramatisch steigen.” Bleibe die Inzidenz stabil unter 100 und die Belastung der Intensivstationen überschaubar, kämen nach Ostern weitere Schritte in Betracht, “aber nicht vor dem 12. April”. Ziel sei es, dass die Schulen wieder in den vollen Präsenzunterricht zurückkehren können, ein paar weitere Lockerungen bei Sport und Veranstaltungen möglich sind und für die Gastro Selbsttests ohne Aufsicht zugelassen werden. 

Keine Sonderregeln zu Ostern

Sonderregeln für Ostern gibt es keine. Die Kontaktbeschränkungen bleiben ebenso aufrecht wie die nächtlichen Ausgangssperren zwischen 20 und 6 Uhr. An alle, die über die Osterfeiertage zu ihren Familien nach Vorarlberg reisen, appelliert Wallner, sich unbedingt vorab zu testen: “Es werden doch einige 1000 Studenten aus Mutationsgebieten zu uns kommen.” Das Land überlegt auch, niederschwellige Testangebote an den Bahnhöfen zu schaffen. An verpflichtende innerösterreichische Einreisetests ist laut Wallner nicht gedacht. Besonders betroffene Gebiete könnten aber mit einer Ausreisetestpflicht belegt werden. Diese wird laut Bundesregierung ab einer Inzidenz von 400 diskutiert. Wien liegt aktuell bei 322.

Land will helfen

Die britische Variante des Coronavirus (B117) hat sich im Osten Österreichs durchgesetzt. Sie ist nicht nur ansteckender, sondern auch gefährlicher. Die Wahrscheinlichkeit, dass intensivmedizinische Behandlung nötig wird, ist laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) doppelt so hoch als bei der Stammvariante. In Vorarlberg macht B117 rund 30 Prozent aller Fälle aus, im Osten Österreichs bis zu 95 Prozent. Vor allem in Wien, Niederösterreich und Burgenland ist die Lage angespannt. Ab Dienstag wird dort über weitere Maßnahmen beraten. Ihre Intensivstationen kommen an die Belastungsgrenze. Bleibe die Lage in Vorarlberg stabil, helfe das Land gerne aus, sagt Wallner. “Das haben wir bereits angeboten. Die Bundesländer unterstützen sich gegenseitig.”

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