Mehr als 30 Unter-Sechsjährige in Vorarlberg infiziert

Politik / 26.03.2021 • 05:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mehr als 30 Unter-Sechsjährige in Vorarlberg infiziert
Nicht nur Schulkinder sollen sich testen können. Eltern mit Kindern in Kindergarten und Betreuungseinrichtungen sollen Tests von den Gemeinden erhalten. APA

Gemeinden können Eltern großzügiger mit Tests versorgen. 

Wien Eine Weltraumrakete fristet in der Stadt Traiskirchen ihr Dasein. Sie kann nicht abheben, da der Treibstoff fehlt. Forscherinnen fanden nun heraus, dass Spucke und Rotz von Kindern helfen könnten. „Unterstützen wir also unsere Astronautinnen“, heißt es in einem Brief der Stadtvertretung an die Familien: „Helfen wir, die Rakete samt dem blöden Coronavirus ins Universum zu schicken.“

Die Weltraumrakete ist natürlich nicht echt, sondern eine Idee des niederösterreichischen Ortes, um das Testen den Unter-Sechsjährigen spielerisch näher zu bringen. Denn Traiskirchen startete ein freiwilliges Testprogramm für Kinderbetreuungseinrichtungen und Kindergärten. Seit Mitte März läuft die Aktion, wie Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) berichtet. Kindergärten und Kinderbetreuung würden von Bund und Land komplett negiert, kritisiert er. “Jetzt kümmern wir uns eben selbst darum.” Von der hohen Teilnahme sei man überrascht: “Wir haben mit 60 Prozent gerechnet. Tatsächlich testen aber 80 bis 90 Prozent der Eltern ihre Kinder daheim”, hält Babler fest. Immer wieder tauchen Fälle auf.

Dutzende Kinder positiv

Kinder sind vor dem Coronavirus nicht geschützt. Das zeigen auch die aktuellen Zahlen in Vorarlberg. Mitte dieser Woche betrafen sieben Prozent aller registrierten Neuinfektionen Unter-Sechsjährige. Insgesamt galten laut Angaben der Landesregierung 34 Kinder als aktiv infiziert, vier von ihnen waren noch nicht einmal ein Jahr alt; außerdem acht Zweijährige, drei Drei-, elf Vier- und acht Fünfjährige. Insgesamt wurden 408 Unter-Sechsjährige getestet. Das heißt, acht Prozent der Tests endeten mit einem positiven Ergebnis.

Der Bund macht derzeit keine Vorgaben, wie und ob in Kinderbetreungseinrichtungen oder Kindergärten getestet wird. “Die Bundesländer können eigenständig Maßnahmen für diesen Bereich treffen”, erklärt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) den VN. Von Vorarlberger Landesseite heißt es, dass es keine Testpflicht geben werde. “Die Eltern haben aber die Möglichkeit, bei den Gemeinden oder in der Apotheke die Selbsttests für zu Hause abzuholen. Die Gemeinden werden künftig auch mehr Tests an Eltern abgeben, die Kinder in Betreuungseinrichtungen haben.” Am Donnerstag leitete der Gemeindeverband den Kommunen diese Info weiter. Das Land habe ausreichend Selbsttest gelagert, sodass diese großzügiger ausgegeben werden könnten.

Im niederösterreichischen Traiskirchen gibt es drei Tests pro Kind und Woche, vermutlich gerade genug, um das Coronavirus doch irgendwann ins All zu schießen.

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