Brennende Regenbogenflaggen: “Die Wut stimmt mich traurig”

Politik / 20.04.2021 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Brennende Regenbogenflaggen: "Die Wut stimmt mich traurig"
Michael Andreas Egger ist Obmann des LGBTIQ-Vereins Go West.  HARTINGER/NEUE

Michael Andreas Egger, Obmann des LGBTIQ-Vereins Go West, über erschreckenden Hass, Missstände und die Hoffnung auf Dialog.

Bregenz Vorarlberg ist ein wenig bunter geworden. Immer mehr Gemeinden,  Pfarren und Privatpersonen hissen Regenbogenflaggen als Zeichen der Solidarität mit der LGBTIQ-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Inter, Queer). Immer wieder werden die Fahnen aber angezündet, geklaut oder zerstört; so geschehen vor der Harder Kirche, beim Diözesanhaus in Feldkirch und in der Nacht auf Montag bei der St. Gebhardskirche in Bregenz.

“Es ist beängstigend und erschreckend”, sagt Michael Andreas Egger, Obmann des Vorarlberger LGBTIQ-Vereins Go West. Der Hass und die Wut der Vandalen stimmen ihn traurig. Egger erzählt auch von persönlichen Anfeindungen, denen er als Go-West-Sprachrohr ausgesetzt ist.

Die Regenbogenflaggen im Land sollen auf die Missstände aufmerksam machen und zum Dialog anregen. Solidaritätsbekundungen wurden laut, nachdem sich die vatikanische Glaubenskongregation gegen eine Segnung von Homosexuellen ausgesprochen hatte. “Wir haben allen Vorarlberger Pfarren eine Fahne geschickt und von vielen super Resonanzen bekommen. Teilweise hat man uns in die Ostermesse mit eingebunden”, berichtet Egger. In zwei, drei Fällen seien die Reaktionen “nicht so nett” gewesen: “Aber wir fokussieren uns auf das Positive, zum Beispiel, dass sich Bischof Benno Elbs für uns eingesetzt hat.” 

In den vergangenen drei Wochen hat Go West 600 Regenbogenfahnen verteilt. Zuerst gehe es um Sichtbarkeit, dann um Inhalte. “Wir sind noch nicht zu 100 Prozent gleichgestellt”, kritisiert Egger. Zum Beispiel würden homosexuelle Männer noch immer bei der Blutspende diskriminiert. Transmenschen seien ausgeschlossen.

Und alles, was sich bislang verändert habe – von der Eheschließung bis zur Adoption -, sei Ergebnis eines harten Kampfes gewesen. Keine Bundesregierung habe diesen unterstützt. Am Ende hätten immer die Gerichte entschieden.