Immer mehr Freiheiten: Weniger Abstand, spätere Sperrstunde und Ende der FFP2-Maske

Politik / 26.05.2021 • 05:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Immer mehr Freiheiten: Weniger Abstand, spätere Sperrstunde und Ende der FFP2-Maske
Über die Maskenpflicht wird beraten: Dass der Mund-Nasen-Schutz die FFP2-Maske bald ablösen könnte, ist nicht ausgeschlossen.  VN/STEURER

Die Beratungen zwischen Bund und Ländern laufen. Die nächsten Lockerungen sollen am 10. Juni kommen.

Wien Ein wenig Verwirrung gehört zur Pandemie dazu. Ob und was im Juli oder doch schon am 10. oder 17. Juni gelockert wird, wollen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Freitag mit den Landeshauptleuten diskutieren. Diese sind sich weitgehend einig, dass weitere Schritte nötig sind. Markus Wallner (ÖVP) ist überzeugt, dass kommenden Monat „mit gewissem Hausverstand und guter Expertenabsicherung“ weiter aufgesperrt werden kann, wie er bei Vorarlberg live erklärt. In vielen Bereichen seien Lockerungen möglich.

Maskenpflicht. Im Freien soll die Maskenpflicht im Juni fallen. Das scheint festzustehen und für Veranstaltungen zu gelten, sofern die 3G-Regel eingehalten werden kann. Später könnte es auch indoor keine Maskenpflicht mehr geben: „Überall dort, wo die 3G-Regel gilt, könnte man darauf verzichten“, sagt Wallner. Es sei auch eine Lockerung von FFP2- auf Mund-Nasen-Schutz-Pflicht denkbar. Fest steht das aber nicht. Doch auch Mückstein dachte bereits laut darüber nach.

Spätere Sperrstunde. Schon vergangene Woche hat Wallner auf eine spätere Sperrstunde gedrängt. 24 Uhr müsse noch im Juni möglich sein, sagte er nach der Landeshauptleutekonferenz zu den VN. Auch der Gesundheitsminister stellt ein längeres Gastro-, Kultur- und Veranstaltungsvergnügen ab 10. Juni in Aussicht.

Größere Gruppen. Die Zahl der Personen, die in der Gastronomie an einem Tisch Platz nehmen darf, sei zu überdenken, sagt Mückstein. Ihm zufolge ist eine Verdoppelung von vier auf acht Erwachsene pro Tisch denkbar, Kinder sind noch nicht mit eingerechnet.

Registrierungspflicht. Die Registrierungspflicht müsse bei der Einreise nach Österreich fallen, erklärten die Landeshauptleute nach ihrer Sitzung vergangenen Donnerstag. Wie zu hören ist, will die Bundesregierung dieser Forderung nachkommen. Wallner erklärt die Pläne so: Wer über den Landweg komme, solle keine Pre-Travel-Clearance mehr ausfüllen müssen und die Registrierungspflicht nur für Flugreisende aufrecht bleiben.

Veranstaltungsgrößen. Veranstaltungen mit zugewiesenen Sitzplätzen können mit bis zu 1500 (indoor) bzw. 3000 (outdoor) Personen bei 50-prozentiger Auslastung stattfinden. Die Regeln müssten großzügiger werden, fordert der Vorarlberger Landeshauptmann. Bei den Bregenzer Festspielen soll eine volle Besetzung möglich sein, also 7000 Menschen ohne Maske auf der Seebühne, solange die 3G-Regel gelte und exakt kontrolliert werde.

Perspektive für Hochzeiten. Größere private Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern sollen ab 1. Juli möglich sein, kündigte die Bundesregierung vor einigen Wochen an. Derzeit sind im öffentlichen Raum zwar private Zusammenkünfte mit bis zu 50 Personen erlaubt, allerdings nur mit Anmeldung bei der Bezirkshauptmannschaft. Außerdem darf weder gegessen noch getrunken werden.

Abstandspflicht. Die Abstandspflicht soll von zwei auf einen Meter schrumpfen, meint Mückstein. Das bringt Erleichterungen in der Gastro, aber auch für Proben.

Ende der 20-Quadratmeter-Regel. In vielen Bereichen gilt die Regel, dass pro Person 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen müssen, zum Beispiel im Handel. Die Vorgabe stellt auch Vereine vor Herausforderungen. „Proben sind mit dieser Regel faktisch unmöglich“, sagt Wallner. Viele müssten sich Turnhallen mieten oder ins Freie ausweichen. Eine übliche Probe soll wieder möglich werden, fordert er, aber nur mit 3G-Regel und gewissem Abstand.

Eine Verschärfung? Mückstein stellt zur Diskussion, ob sich das Personal in der Gastro ob der angekündigten Lockerungen nicht häufiger testen sollte, zum Beispiel drei Mal pro Woche.

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