Es winkt ein normaler Sommer

Politik / 28.05.2021 • 13:30 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Es winkt ein normaler Sommer
Bald dürfen mehr Menschen am Tisch sitzen, die Sperrstunde wird nach hinten verschoben. VN/PAULITSCH

Nach Lockerungen ab 10. Juni will die Regierung am 1. Juli ganz aufsperren. Alles nur für Getestete, Genesene und Geimpfte.

Wien. „Ein bisschen Sommer wie damals“, kündigt Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) am Freitag an. Die Gasthäuser dürfen ab 10. Juni länger offen halten, für die anstehende Fußballeuropameisterschaft werden Public Viewings möglich sein, Musikproben werden wieder leichter und Veranstalter können mehr Gäste begrüßen. Ab 1. Juli wird dann nahezu alles gelockert, sofern die 3G-Regel (getestet, geimpft genesen) eingehalten wird. „Wir werde unser normales Leben zurückbekommen“, sagt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Er sei glücklich. Das sind auch Bundeskanzler Sebastian Kurz und Elisabeth Köstinger (ÖVP). Das Ziel des Coronamarathons sei mittlerweile in greifbarer Nähe.

Die 3G
Die 3G-Regel bleibt in den kommenden Wochen zentral. 3G steht für getestet, genesen und geimpft. Getestet heißt, dass ein negativer PCR-Test (maximal 72 Stunden alt), Antigentest aus der Teststraße (max. 48 Stunden) oder digital kontrollierter Selbsttest (max. 24 Stunden) vorliegt. Als Genesen gelten alle, deren Coronainfektion nicht länger als sechs Monate zurückliegt oder die einen Nachweis über neutralisierende Antikörper vorlegen können. Geimpft ist man 22 Tage nach der ersten Impfung. Diese verfällt nach drei Monaten wieder, wenn man sich keine zweite Spritze holt (insofern man nicht genesen ist oder mit Johnson&Johnson geimpft wurde). Nach der zweiten Spritze liegt die Frist bei neun Monaten.

Gastronomie

Ab 10. Juni dürfen wieder größere Gruppen in die Gastronomie. Und sie können länger bleiben. Die Sperrstunde wird von 22 auf 24 Uhr nach hinten verschoben. In geschlossenen Räumen sind acht Erwachsene und im Gastgarten 16 pro Tisch erlaubt. Die dazugehörigen Kinder sind noch nicht mitgezählt. Außerdem dürfen die Tische wieder näher beieinanderstehen, da der Mindestabstand von zwei auf einen Meter sinkt. Gäste und Mitarbeiter müssen entweder getestet, geimpft oder genesen sein (3G-Regel). Mitarbeiter müssen dann allerdings nur noch einen eng anliegend Mund-Nasenschutz tragen und keine FFP2-Maske mehr. Ab 1. Juli fallen alle Beschränkungen, nur die 3G-Regel bleibt.

Nachtgastronomie

Die Nachtgastronomie muss sich noch ein wenig gedulden. Sie soll – mit der 3G-Regel – im Sommer wieder öffnen dürfen, allerdings noch nicht am 1. Juli.

Veranstaltungen

Veranstaltungen sind weiterhin nur mit zugewiesenen Sitzplätzen erlaubt, allerdings dürfen künftig mehr als die Hälfte belegt sein. Die erlaubte Auslastung liegt ab 10. Juni bei 75 Prozent. Outdoor sind Veranstaltungen mit maximal 3000 Personen erlaubt, indoor mit bis zu 1500 Personen. Die 3G-Regel bleibt aufrecht, auch nach dem 1. Juli. Ansonsten sollen im Juli alle Beschränkungen fallen. Die Sitzplätze dürfen sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien voll besetzt werden. Auch stehende Veranstaltungen werden laut Bundesregierung wieder möglich sein. 

Hochzeiten und private Feiern

Im Juni können Hochzeiten nur in kleinstem Rahmen stattfinden. Bekanntlich sind Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen ja erlaubt, allerdings ohne Speisen und Getränke. Ab 1. Juli sollen diese Beschränkungen dann fallen und Hochzeiten sowie größere Geburtstagsfeiern wieder stattfinden können. Die 3G-Regel bleibt. Eine Anzeigepflicht gibt es ab 100 Gästen, eine Bewilligungspflicht ab 500.

Fahrgemeinschaft und Reisebusse

Die Maskenpflicht fällt ab 10. Juni für Fahrgemeinschaften, die mehr als acht Personen umfassen. Reisebusse dürfen wieder alle Plätze besetzen, solange die Fahrgäste entweder getestet, geimpft oder genesen sind.

20-Quadratmeterregel

Die 20-Quadratmeter-Regel fällt am 10. Juni. Das gilt sowohl für den Handel als auch für Sport- und Freizeitbetriebe, zum Beispiel auch Fitnessstudios und Wellnessbereiche. Künftig müssen zehn Quadratmeter pro Gast und Kunde zur Verfügung stehen.

Im Handel fällt die 20-Quadratmeter-Regel. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Im Handel fällt die 20-Quadratmeter-Regel. VN/Steurer

Erleichterungen bei Proben

Musikproben im Amateurbereich sind wieder erlaubt. Das gilt auch für Proben in anderen Bereichen, zum Beispiel im Trachtenverein. Die Verantwortlichen stehen hier vor der Wahl: Entweder es müssen zehn Quadratmeter pro Person zur Verfügung stehen oder alle Anwesenden sind getestet, genesen oder geimpft.

Kontaktbeschränkungen

Im öffentlichen Bereich sind in geschlossenen Räumen sind Treffen mit bis zu acht Erwachsenen und im Freien mit bis zu 16 Erwachsenen möglich (plus dazugehörige Kinder).

Keine Einreiseregistrierung mehr

Die Einreiseregeln bleiben bestehen. Es gibt drei Kategorien. Bei einer Einreise aus Staaten der Kategorie zwei (in der EU und EWR sind das Kroatien, Litauen, Niederlande, Schweden und Zypern) sowie Kategorie drei (Brasilien, Südafrika, Indien, Großbritannien) ist die Pre-Travel-Clearance Pflicht. Reist man aus Ländern der Kategorie eins ein (zum Beispiel Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Italien) fällt die Registrierungspflicht. Bei einer Einreise aus Ländern der Kategorie eins, besteht bei Einhalten der 3G-Regel keine Quarantänepflicht. Kommt man aus einem Staat der Kategorie zwei, sind nur Geimpfte und Genesene von der Quarantäne befreit. Einreisende aus Virusvariantengebieten (Kategorie 3) müssen ausnahmslos in Quarantäne, können sich aber nach fünf Tagen freitesten.

Für Fahrten aus Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein entfällt die Einreiseanmeldung. <span class="copyright">VN/SAMS</span>
Für Fahrten aus Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein entfällt die Einreiseanmeldung. VN/SAMS

Maskenpflicht

Im Freien müssen ab 10. Juni keine Masken mehr getragen werden. Ab Juli wird es dann weitere Lockerungen geben. Davon sollen vor allem Arbeitnehmer profitieren. Ansonsten ist geplant, die Maskenpflicht dort aufrecht zu erhalten, wo kein 3G-Nachweis erforderlich ist, etwa in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Supermarkt.

Kein 3G-Nachweis für Kinder

Derzeit gilt: Kinder unter zehn Jahren müssen sich nicht testen lassen. Ab Juli wird die Grenze angehoben, sodass die Testpflicht erst für alle ab zwölf Jahren gilt, also für all jene, die sich impfen lassen können.

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