Götzis: Zurück zum Start beim Kies

Politik / 06.07.2021 • 11:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Götzis: Zurück zum Start beim Kies
Große Pläne für jahrzehntelangen Kiesabbau lassen am Kummenberg seit Monaten die Wogen hochgehen.  VN/STEURER

Götzner Opposition kippt gemeinsam mit den Grünen als Koalitionspartner einen Grundsatzbeschluss für Kiesabbau in Altach.

Götzis, Altach Zehn Tonnen Rohstoffe pro Jahr und Kopf in Vorarlberg, in Summe ist dies laut Baurohstoffstudien ein jährlicher Bedarf von vier Millionen Tonnen. Kies ist also im Land eine gefragte Sache, und viele Kiesproduzenten wollen in diesem einträglichen Geschäft mitmischen. So auch in Götzis und in Altach, wo der Unternehmer Franz Kopf ein Kieswerk betreibt und seinen Abbau im Bereich Sauwinkel erweitern will. Das Besondere daran: Das Grundstück liegt zwar in den Gemarkungen der Gemeinde Altach, befindet sich aber im Besitz der Gemeinde Götzis. Bislang schienen die Pläne von Kopf quasi auf Schiene. In einem Beschluss hatten sich die Götzner Gemeindevertreter am 18. November 2019 grundsätzlich auf das Kiesabbauprojekt geeinigt. Was noch fehlte, waren vertragliche Rahmenbedingungen wie das Aufteilen der Steuereinahmen durch den Kiesabbau zwischen den Kommunen.

Götzner Koalition scheint zu Ende

Nach der Gemeindesitzung in Götzis am Montagabend heißt es quasi wieder zurück zum Start: Ein von der Bürgerbewegung, SP sowie Neos und FP initiierter Antrag für eine Aufhebung des Grundsatzbeschlusses erhielt mit den Stimmen der Grünen und gegen das Votum der Volkspartei von Bürgermeister Christian Loacker mit 17 zu zwölf Gegenstimmen eine deutliche Mehrheit. Geschlossen sind alle der Meinung, dass einem Abbauprojekt für den Sauwinkel des Götzner Kiesabbauers Patrik Nickel von der VP mit Ignoranz begegnet wurde. Dass die Grünen mit Gemeinderat Thomas Ender damit die Fortsetzung der Koalition mit den Schwarzen auf Spiel setzen, scheint Ender kalt zu lassen. Loacker hatte bekanntlich bereits bei der Gemeindewahl 2015 die Mehrheit in der Gemeinde verloren, hatte bei der Wahl 2020 abermals Stimmen eingebüßt und in der Folge mit den Grünen eine Koalition gebildet.

„Nach diesem Beschluss ist klar, dass alle Bewerber dieselben Voraussetzungen haben.“

Christian Vögel, Gemeinderat, SP