Welche Regeln Vorarlberger Urlauber derzeit beachten müssen

Politik / 12.07.2021 • 17:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Welche Regeln Vorarlberger Urlauber derzeit beachten müssen
Mit den drei G steht dem Sommerurlaub derzeit wenig entgegen. Was darunter zu verstehen ist, kann sich aber je nach Land unterscheiden. REUTERS

Delta lässt Coronazahlen in vielen Ländern wieder steigen.

SCHWARZACH Die Delta-Variante des Coronavirus wirkt sich zunehmend auf den Sommerurlaub aus. Dass die deutsche Bundesregierung kürzlich ganz Spanien als Risikogebiet eingestuft hat und damit von touristischen Reisen dorthin abrät, sorgte für Aufsehen. Aus österreichischer Sicht gelten Spanien und viele andere beliebte Urlaubsdestinationen wie Portugal, Italien und Griechenland nach wie vor als Länder mit geringem epidemiologischen Risiko. Das bedeutet: Registrierungspflicht und Quarantäne entfallen, ein Drei-G-Nachweis ist Pflicht.

Vorsicht: Die Auflagen in anderen Ländern können sich in Nuancen von den österreichischen Bestimmungen unterscheiden. Die meisten Staaten akzeptieren zum Beispiel den Impfnachweis erst zwei Wochen nach der endgültigen Dosis, zuweilen werden nur PCR-Tests anerkannt. Die aktuellen Hinweise des Außenministeriums bieten einen detaillierten Überblick.

Da viele Vorarlberger über den Zürcher oder den Münchner Flughafen reisen, müssen sie auf jeden Fall die Bestimmungen in der Schweiz und Deutschland beachten. Prinzipiell gilt: Beide Länder verlangen von allen einreisenden Personen auf dem Luftweg schon vor dem Boarding zwingend einen Nachweis über eine vollständige Impfung, Genesung oder einen negativen Test.

Spanien

Die Zahl der Neuinfektionen ist in Spanien in den letzten Tagen rasant angestiegen. Die Sieben-Tages-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, liegt nach Angaben der Website “Corona-in-Zahlen” bereits über 200. Spaniens Tourismusministerin María Reyes Maroto warf zuletzt die Frage auf, ob es noch sinnvoll sei, sich nur an den Infektionszahlen zu orientieren. Derzeit stecken sich nämlich vor allem junge Menschen an, die – wenn überhaupt – nur milde Krankheitssymptome entwickeln. Urlauber aus Vorarlberg müssen bei der Einreise mit dem Flugzeug kein Test-, Impf- oder Genesungszertifikat vorweisen. Eine Registrierung ist aber nach wie vor notwendig. Das österreichische Gesundheitsministerium empfiehlt Reiserückkehrern ohne Genesungszertifikat oder vollständige Impfung dringend, vor und unmittelbar nach der Rückreise einen PCR-Test zu machen.

Zahlreiche Menschen entspannen sich am Strand von Barcelona. <span class="copyright">AP</span>
Zahlreiche Menschen entspannen sich am Strand von Barcelona. AP

Portugal

Portugal war schon sehr früh mit der Delta-Variante konfrontiert. Deutschland stufte das Land für eine kurze Zeit sogar als Virusvariantengebiet mit besonders strengen Reisebeschränkungen ein. Die Infektionszahlen sind derzeit niedriger als im benachbarten Spanien; die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei knapp 185. Flugreisende ab zwölf Jahren müssen vor dem Einstieg ins Flugzeug ihren 3-G-Nachweis in Form des Covid-Zertifikats der EU (grüner Pass), oder die sonstige Bestätigung eines negativen Tests vorlegen. Dazu kommt eine Einreiseanmeldung. In Madeira oder auf den Azoren gelten zum Teil etwas abweichende Bestimmungen. In einigen portugiesischen Regionen, etwa im Großraum Lissabon, sind die Corona-Beschränkungen wegen der Delta-Variante verschärft worden. So wurde beispielsweise eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 23 und fünf Uhr eingeführt.

Touristen überqueren eine Straße in Lissabon. <span class="copyright">AFP</span>
Touristen überqueren eine Straße in Lissabon. AFP

Italien

Anders als in Spanien oder Griechenland konnte die Tourismussaison in Italien erst später starten. Wie die Präsidentin des Verbands der Reiseindustrie Federturismo, Marina Lalli, zur Deutschen Presse-Agentur sagte, seien vor allem österreichische und deutsche Urlauber in den ersten Wochen wieder in das Mittelmeerland zurückgekommen.

In beliebten italienischen Urlaubszielen sind Touristen – besonders aus Österreich und Deutschland – keine Seltenheit mehr.<span class="copyright"> Reuters</span>
In beliebten italienischen Urlaubszielen sind Touristen – besonders aus Österreich und Deutschland – keine Seltenheit mehr. Reuters

Bei der Einreise ist ein Nachweis über einen negativen Test, eine vollständige Impfung oder eine Genesung notwendig. Auch auf die Online-Registrierung vorab sollte nicht vergessen werden. Kinder unter sechs Jahren müssen sich nicht testen lassen. Die Corona-Situation hat sich in Italien deutlich entspannt. Derzeit liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei knapp dreizehn. Die meisten Alltagsregeln sind gelockert worden.

Griechenland

Das beliebte Urlaubsland verlangt von Einreisenden aus Österreich einen Nachweis über einen negativen Test, eine vollständige Impfung oder Genesung. Zudem müssen sich Reisende online registrieren. Die Testpflicht entfällt für Kinder unter zwölf Jahren. Bei der Grenzkontrolle können stichprobenartig Tests stattfinden: Wer positiv ist, muss in Quarantäne.

In Griechenland steigen die Neuinfektionen wieder – offenbar besonders stark bei jungen Menschen. <span class="copyright">AFP</span>
In Griechenland steigen die Neuinfektionen wieder – offenbar besonders stark bei jungen Menschen. AFP

Auch in Griechenland sind die Neuinfektionen zuletzt wieder gestiegen. Derzeit liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei etwa 123. Gut die Hälfte der Neuinfektionen betreffen junge Menschen unter 30 Jahren, hieß es zuletzt. Die Regierung erwäge Maßnahmen wie nächtliche Ausgangssperren und Reiseverbote – aber nur für Ungeimpfte. Mobile Impfstationen in Urlaubsgebieten sollen forciert werden.