Beim Händeschütteln ist dem Bundespräsidenten noch unbehaglich

Politik / 21.07.2021 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Händeschütteln ist dem Bundespräsidenten noch unbehaglich
Van der Bellen bei der Festspieleröffnung im Juli 2019. Heuer steht wieder einiges auf dem Programm des Bundespräsidenten. VN/STIPLOVSEK

Voller Terminplan für Van der Bellen in Vorarlberg.

Wien Wer in den kommenden Tagen den Bundespräsidenten in Vorarlberg trifft, sollte ihn wohl eher nicht per Handschlag begrüßen. Beim Händeschütteln sei ihm noch unbehaglich, erzählt Alexander Van der Bellen am Rande des VN-Interviews. „Ich ziehe eine Verneigung vor. Letzten Endes dient es nicht nur meinem Schutz, sondern dem Schutz von anderen.“
Dieser Tage gibt es viele Möglichkeiten, das Staatsoberhaupt zu sehen. Sein Programm beginnt heute, Mittwoch, beim Festspielhaus in Bregenz, wo er an der Eröffnung teilnehmen und die Opernpremiere „Nero“ besuchen wird. Van der Bellen verrät den VN, in seiner Eröffnungsrede nicht nur über Kunst und Kultur sprechen zu wollen, sondern auch über die Klimakrise und Frauenpolitik: „Man hätte zur Klimakrise seit 30, 40 Jahren nur ein bisschen lesen müssen, um zu verstehen, worum es geht. Das wollte man offensichtlich nicht und jetzt steckt man mittendrin. So ähnlich ist es bei Frauenthemen“, sagt er. Neben der hohen Arbeitslosigkeit bestehe in bestimmten Berufen gleichzeitig Arbeitskräftemangel. „Ein Teil des weiblichen Arbeitskräftepotenzials ist aber in Teilzeit oder womöglich ganz zu Hause, weil die Krippenplätze fehlen, die ganztägige Betreuung fehlt und die Öffnungszeiten der Kindergärten zu kurz sind. Und die Männer spielen oft nicht mit.“ Die Pandemie habe verdeutlicht, dass es häufig Frauen seien, die eine Doppel- oder Dreifachbelastung zu stemmen haben. Van der Bellen versteht seine Rede also auch als Appell: „An die Männer, an die Politik und als Ermutigung an die Frauen: Wehrt euch mehr.“
Umso passender ist der Besuch des Bundespräsidenten am Donnerstag im Frauenmuseum in Hittisau mit einem kurzen Abstecher nach Sulzberg. Am Nachmittag folgt eine Visite im Vorarlberger Kinderdorf. Am Freitag geht es auf den Wochenmarkt am Kornmarkt, ins Jüdische Museum und als krönender Abschluss in die Poolbar.

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