Die Impfquote in den Vorarlberger Gemeinden schwankt massiv

Politik / 29.07.2021 • 05:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Impfquote in den Vorarlberger Gemeinden schwankt massiv
Der Impfbus soll noch einen weiteren Schub bei den Impfungen bringen, ebenso die Möglichkeit, sich vom Hausarzt impfen zu lassen. vn/stiplovsek

Große Unterschiede bei der Impfbereitschaft in den Vorarlberger Gemeinden.

Schwarzach “Immer noch?”, fragt Alwin Müller. Der Bürgermeister von St. Gerold hätte die rote Laterne gerne abgegeben. Allerdings bleibt seine Gemeinde der Ort mit der niedrigsten Impfquote im Land. Gerade einmal 35 Prozent der Bewohner sind vollimmunisiert. In keinem anderen Ort sind es – umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung – weniger. Alwin Müller, der schon beide Impfungen hinter sich hat, berichtet von einigen Impfgegnern in dem Ort. “Wenn das ein paar Familien sind, wirkt sich das bei rund 400 Einwohnern prozentuell ganz brutal aus.”

Das zeigt sich auch am anderen Ende der Statistik. Hier stehen Warth, Lech und Schröcken mit einer Impfquote zwischen 71 und 85 Prozent an der Spitze. Sie sind bislang die einzigen Gemeinden in Vorarlberg, die das von der Landesregierung gesetzte Impfziel erreichen. Sie will bald 280.000 Vollimmunisierte zählen, also rund 70 Prozent der Gesamtbevölkerung. Derzeit sind es in ganz Vorarlberg 56 Prozent.

“Uns ist schon aufgefallen, dass es zwischen den Gemeinden deutliche Unterschiede gibt”, erklärt Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). “Man kann es nicht so richtig begründen, woran das liegt.” Es gebe einige Faktoren wie Tourismus und Bevölkerungsstruktur, welche die Quote beeinflussen könnten. Viele klassische Tourismusgemeinden liegen etwa deutlich über dem Landesdurchschnitt. Eine durchgängige Erklärung auf Basis dieser Eckpunkte sei aber nicht möglich, sagt Wallner. Es gebe genügend Impfstoff und die Erreichbarkeit sei für alle gut. Der Landeshauptmann glaubt, dass die Impfungen bei den niedergelassenen Ärzten nun einen weiteren Schub bringen könnten. “Da kommen ein paar 1000 dazu”, ist er überzeugt. Auch der Impfbus sei vielversprechend: “Jede Gemeinde kann ihn für eine Impfaktion anfordern.” Mittlerweile zeige sich aber, dass die letzten Meter zu einer guten Durchimpfungsrate die schwierigsten seien.

Der Bürgermeister von St. Gerold berichtet, dass vor allem die jüngeren Gemeindebewohnern langsam ihre Impfung nachholen. Geimpft sei es schließlich einfacher, auszugehen, sagt Alwin Müller. Auch die Impfmöglichkeit bei den Hausärzten könne noch was bewegen, ist der Bürgermeister überzeugt. Er selbst setze vor allem auf Mundpropaganda und rede mit den Bürgerinnen und Bürgern. “Ich sage ihnen: Lasst euch impfen.” Viel mehr könne er nicht mehr tun.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Infogram angezeigt.