Vor allem Jüngere infizieren sich: Corona-Höchstwerte in Vorarlberg

Politik / 06.08.2021 • 18:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Experten pochen auf weitere Anstrengungen beim Impfen. <span class="copyright">AFP</span>
Die Experten pochen auf weitere Anstrengungen beim Impfen. AFP

Altersstruktur und Impfung verringern Systemrisiko. Infektionszahlen steigen weiter.

Wien Es herrscht überall geringes Risiko in Österreich. Obwohl der Trend in nahezu allen Bundesländern nach oben geht, leuchtet auf der Coronaampel die Farbe gelb-grün. In Burgenland ist sie sogar auf Grün gestellt. Die positive Bewertung der Expertenkommission hängt aber keineswegs mit geringen Infektionszahlen zusammen – Vorarlberg verzeichnet mit 53,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche derzeit die höchste Inzidenz in Österreich, gefolgt von Salzburg (52,6) und Wie (48,2).

Vielmehr geht es um eine neue Gewichtung, wonach nun die Altersstruktur und der Impfstatus der positiv Getesteten berücksichtigt wird. Schließlich bleibt die Belastung des Gesundheitssystems trotzt anhaltend steigender Infektionszahlen weiterhin gering. “Die Hospitalisierungsrate befindet sich derzeit auf einem niedrigen Niveau“, erklären die Experten.

Appell an die Eltern

Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen infizieren sich aktuell vor allem Jüngere. 70 Prozent der Neuinfektionen betreffen unter 35-Jährige, weniger als fünf Prozent über 65-Jährige. In der Altersgruppe der 15-24-Jährigen lag die Inzidenz vergangene Woche sogar bei 132.

Zum anderen lassen erste vorliegende Ergebnisse außerdem auch in der österreichischen Bevölkerung auf eine hohe Impfeffektivität der in Österreich verfügbaren Impfstoffe schließen, heißt es im Bericht der Ampelkommission.

Vor allem Jüngere infizieren sich: Corona-Höchstwerte in Vorarlberg

Mit Blick auf das Fallgeschehen im Herbst pochen die Experten auf weitere Anstrengungen, um die Durchimpfungsrate zu steigern. Auch für die Impfung der über Zwölf-jährigen Jugendlichen brauche es niederschwellige Angebote, unter anderem die von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) angekündigten Impfbusse. Die Ampelkommission appelliert zudem an Eltern und Erziehungsberechtigte, sich zum Schutz der Kinder und Jugendlichen impfen zu lassen und damit einen Beitrag für einen sicheren Betrieb der Kindergärten und Schulen zu leisten. Großflächige Schulschließungen oder Schichtbetrieb stellten keine vertretbaren Handlungsoptionen mehr dar.

Das Sicherheitskonzept des Bildungsministers beurteilen die Experten positiv. Allerdings fordern sie neue Kriterien zur Risikobewertung. Jene des vergangenen Schuljahres seien nicht mehr aktuell. „Die Corona-Kommission empfiehlt dem Gesundheits- und Bildungsministerium eine umgehende gemeinsame Ausarbeitung von Kriterien für ein dreistufiges Risikomodell im Schulbereich.“ Im besten Fall solle das Konzept bereits bei der nächsten Sitzung vorliegen. Das  Gesundheitsministerium berichtet dazu auf VN-Anfrage, sich diesbezüglich in engem Austausch mit dem Bildungsressort zu befinden.

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