Der Handel bereitet sich auf Kontrollen vor: “Alles ist besser als ein Lockdown”

Politik / 07.01.2022 • 18:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Handel bereitet sich auf Kontrollen vor: "Alles ist besser als ein Lockdown"
Im Handel gilt bald Kontrollpflicht. Wer einkaufen geht, wird auf seinen 2G-Nachweis kontrolliert. VOL/Mayer

Wie die neue Vorgabe umgesetzt werden soll, ist noch nicht ganz klar.

Bregenz Wer einkaufen geht, wird kontrolliert. Wegen der ansteckenderen Omikron-Variante schärft die Politik bei den Corona-Maßnahmen nach. Neben der Ausweitung der FFP2-Maskenpflicht, Anpassungen bei den Quarantäneregeln und beim grünen Pass steht besonders der Handel abseits des täglichen Bedarfs im Fokus. Dort soll es schon ab Montag zu verpflichtenden 2G-Kontrollen kommen, beispielsweise am Eingang oder beim Bezahlen. Wie die neue Vorgabe konkret ausgestaltet werden könne, kann Michael Tagwerker, Geschäftsführer der Sparte Handel in der Vorarlberger Wirtschaftskammer noch nicht sagen. „Wir müssen warten, bis die Verordnung vorliegt, bevor wir Empfehlungen abgeben.“ Einer Bändchenlösung könnte er aber einiges abgewinnen. Für Tagwerker steht fest: „Alles ist besser als ein Lockdown.“

Es gibt bereits Ideen, wie die Überprüfungen ausgestaltet werden können, schildert der Branchenvertreter. „Wir plädieren natürlich dafür, dass es für die Handelsbetriebe, insbesondere kleinere, auch machbar ist.“ Probleme könnten sich aus seiner Sicht beispielsweise ergeben, wenn für mögliche Kontrollen am Eingang extra Personal benötigt würde oder sich Schlangen vor den Geschäften bilden. Bändchen, wie sie in der Vergangenheit etwa bei großen Konzerten in Gebrauch waren, könnten eine gute Lösung sein, glaubt der Geschäftsführer der Sparte Handel. „Das würde uns sehr viel Mühsal ersparen.“ Eine zentrale Stelle, etwa das Gemeindeamt, solle die Bändchen ausgeben. Auf einen Blick wäre ohne viel Aufwand klar, ob die 2G-Nachweispflicht erfüllt wäre. „Man muss auch an die Handelsangestellten denken“, bekräftigt Tagwerker. Sie werden immer wieder angepöbelt. Die eine Seite sagt, dass zu wenig kontrolliert werde, die andere hat überhaupt ein Problem mit den Kontrollen.“

Branchenvertreter Tagwerker könnte sich ein Bändchensystem wie bei Konzerten vorstellen.<p class="caption">
Branchenvertreter Tagwerker könnte sich ein Bändchensystem wie bei Konzerten vorstellen.

Letztlich komme es aber ohnehin darauf an, was im Verordnungstext stehe. Ärgerlich seien die neuen Verpflichtungen für die Handelsbetriebe allemal, doch: „Wenn es im Kampf gegen die Pandemie hilft, soll es so sein. Dann sind wir die letzten, die sagen, wir wollen das nicht.“

Weitere Maßnahmen

Aktion scharf bei den Kontrollen. Nach dem Krisengipfel von Bund, Ländern und Experten der gesamtstaatlichen Krisenkoordination Gecko wurde auch eine „Aktion scharf“ bei den 2G-Kontrollen nächste Woche angekündigt. Wie diese in Vorarlberg genau aussehen wird, konnte die Polizei am Freitag auf VN-Anfrage noch nicht beantworten. Das Prozedere werde zu Wochenbeginn aber klar sein.

FFP2-Maskenpflicht im Freien. Auch eine FFP2-Maskenpflicht im Freien ist geplant – und zwar, wenn der zwei Meter-Abstand nicht eingehalten werden kann. Als Beispiel nennt die Bundesregierung Fußgängerzonen, Warteschlangen oder Gruppenansammlungen. Ausgenommen sind engste Angehörige wie die Partnerin oder der Partner und Kinder.

Höhere Strafen. Bei groben Vergehen gegen die Maßnahmen sind ab 3. Februar höhere Strafen als bisher geplant. Sogar Betretungsverbote könnten ausgesprochen werden.

Quarantäneregeln. Eine Lockerung gibt es indes bei den Quarantäneregeln, und zwar schon ab Samstag. Damit soll verhindert werden, dass es insbesondere in der kritischen Infrastruktur wegen Omikron zu einem Personalengpass kommt. Positiv Getestete müssen sich weiterhin zehn Tage lang absondern. Diese Frist kann ab dem fünften Tag mit einem negativen PCR-Test verkürzt werden. Das gilt auch für Kontaktpersonen. Ausgenommen sind Geboosterte. Sie werden gar nicht mehr als Kontaktperson eingestuft. Das betrifft prinzipiell alle Personen, die „drei immunologische Ereignisse“ hinter sich haben, teilt Landesrat Christian Gantner (ÖVP) auf VN-Anfrage mit. Das heißt, dass beispielsweise auch Menschen, die zwei Mal geimpft und einmal genesen sind, nicht mehr zu den Kontaktpersonen zählen – ebenso Kinder, die sich noch nicht boostern lassen können. Auch wenn alle Beteiligten eine FFP2-Maske getragen haben, gibt es eine Ausnahme. Es findet künftig keine Unterscheidung mehr in enge oder weniger enge Kontaktpersonen statt. Wer in der kritischen Infrastruktur tätig ist, kann mit täglichem Test und FFP2-Maske arbeiten.

Grüner Pass. Der grüne Pass ist ab 1. Februar nur noch sechs Monate lang gültig – und zwar für all jene, die bisher zwei Mal geimpft sind. Für dreifach Geimpfte bleibt es bei der Gültigkeit von neun Monaten.

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