Peter Schröder

Kommentar

Peter Schröder

Vernünftiges und Gebotenes

Politik / 10.01.2022 • 07:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mit berechtigter Angst und oft auch Verzweiflung wartet die Welt auf ein Ende der Pandemie und die von Experten und Politikern zu findenden Lösungen, die dazu führen werden. Bislang schon Millionen von Toten und viele weitere zu verhindernde Sterbefälle sind Auftrag und Verpflichtung zugleich. Auch “Normalmenschen” haben das Vernünftige und Gebotene zu tun, sich selbst und ihre Mitmenschen vor Infektion, Siechtum und Tod zu schützen. Wie, das weiß inzwischen jeder, der denken und handeln kann.

Zum Überleben-Wollen gehört gleichzeitig das entschiedene Eintreten zur Abwehr drohender Kriegsgefahren. Personifiziert durch den russischen Präsidenten. Der nach der Annektierung der Krim augenscheinlich einen erneuten Einmarsch in der souveränen Ukraine vorbereitet. Und der auf “Wunsch” des Morddiktators in Almaty russische “Friedenstruppen” zur Eliminierung der Demokratieforderungen der Bevölkerung Kasachstans ins Land verlegte.

Das weckt Erinnerungen an die gewaltsame Niederschlagung des Volksaufstands durch russische Truppen am 17. Juni 1953 in der DDR sowie das Niederwalzen der Demokratiebewegungen 1956 in Ungarn und 1968 in der CSSR. Die neueste Kriegsgefahr an der russisch-ukrainischen Grenze ist mit Moskauer Pressalien an die Adresse der freien und demokratischen Staaten Westeuropas verbunden. Von den Mitgliedsstaaten der Nato verlangt Putin nicht weniger als ein “Ausdünnen” ihrer sicherheitspolitischen Beziehungen zu jetzt demokratischen Ländern, die sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion unter den Schutzschirm der westlichen Demokratie-Gemeinschaft begeben haben.

Das bedrohliche Säbelgerassel Moskaus camoufliert das Moskauer Streben nach Restaurierung des untergegangenen Vielvölkerstaates Sowjetunion und damit die Ausweitung des russischen Einflussbereichs Richtung Westen. Eine solche Entwicklung wollen, angeführt von den USA, die westlichen-orientierten europäischen Staaten verhindern. Und damit auch mögliche militärische Konfrontationen.

Zu Hoffnungen berechtigt da eine von US-Präsident Biden initiierte und in dieser Woche stattfindende Konferenzserie von Regierungsvertretern der Nato-Staaten und der Mitgliedsländer der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa mit Abgesandten Moskaus in Genf, Brüssel und Wien. Für diese Verhandlungen kann dasselbe gelten wie für den Kampf gegen die Pandemie: Das Vernünftige zu tun, ist das Gebot der Stunde.

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