Die Risiken der neuen Welle

Politik / 13.01.2022 • 05:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Risiken der neuen Welle
Am Mittwoch wurden österreichweit 17.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. DPA

In Kürze bis zu 30.000 neue Coronafälle pro Tag: Das wird zur Belastungsprobe.

Schwarzach Die Prognosen für Mittwoch waren punktgenau: 17.000 Neuinfektionen wurden erwartet, 17.000 sind es österreichweit geworden. Der Wert der neuen Fälle pro 100.000 Einwohner liegt bei 842. In Vorarlberg hat er sich binnen einer Woche von 362 auf 752 mehr als verdoppelt. Die Experten des Prognosekonsortiums rechnen, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen demnächst auf über 30.000 Neuinfektionen steigen könnte. 

Spitze in rund zehn Tagen erwartet

“Das Ganze geht jetzt sehr schnell”, sagt Gesundheitsexperte Armin Fidler. In rund zehn Tagen sei die Spitze aber wohl erreicht. Ende Jänner würde sich die Welle zeitverzögert vor allem auf den Normalstationen in den Spitälern bemerkbar machen. Dass die Omikron-Variante zwar den Vorteil habe, in der Regel milder zu verlaufen, dürfe aber nicht trügen. “Die größere Menge an Infektionen kann trotzdem zur Überlastung führen”, erklärt Fidler. Ob es das Notspital in Dornbirn brauchen wird, kann er nicht beantworten. “Wir wissen es nicht. Aber wir sind vorbereitet.”

Dreifach Geimpfte seien jedenfalls besser geschützt. “Viele werden sich infizieren und vielleicht ein paar Tage daheim bleiben müssen. Diejenigen, die nicht, einmal oder zweimal geimpft sind, könnte es je nachdem, schwerer treffen”, sagt Fidler. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ins Krankenhaus müssen, sei größer. Aktuell werden zehn Covid-19-Patienten in Vorarlberg intensivmedizinisch behandelt, neun von ihnen sind nicht vollimmunisiert. Insgesamt werden 29 stationär betreut, 22 davon sind nicht Vollimmunisierte.

Bevor eine Mehrbelastung des Gesundheitssystems droht, birgt die Welle allerdings die Gefahr, der kritischen Infrastruktur – vom Energiesektor bis zum Nahversorger – zu viele Arbeitskräfte zu entziehen. Das Land sieht sich aber gerüstet.

“Keine chinesischen Maßnahmen”

Aufhalten lasse sich die Welle nicht mehr, betont Fidler. Das ginge nur mit chinesischen Maßnahmen, die in Österreich aber weder politisch noch gesellschaftlich und ökonomisch tragbar wären. “Für alles andere ist es zu spät.” Hätten sich 90 Prozent bereits drei Mal impfen lassen, hätte das was genutzt, sagt der Experte. Früher oder später werde eine vierte Impfung notwendig. Wer zu einer Risikogruppe gehöre und die dritte Dosis vor mehr als vier Monaten erhalten habe, solle sich die vierte bereits holen.

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