Experte: “2G-Regel ist noch angebracht”

Politik / 28.01.2022 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die 2G-Regel steht derzeit in Diskussion. Landeshauptmann Markus Wallner möchte sie ehestmöglich abschaffen. <span class="copyright">AP</span>
Die 2G-Regel steht derzeit in Diskussion. Landeshauptmann Markus Wallner möchte sie ehestmöglich abschaffen. AP

Armin Fidler kritisiert die frühe Sperrstunde, mahnt aber zur Vorsicht.

Schwarzach Es war wieder ein Tag der Rekorde. Über 38.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden wurden am Freitag österreichweit gemeldet. In Vorarlberg waren es mit 2090 so viele wie noch nie. 16.450 Personen im Land sind infiziert – also jeder 25. oder vier Prozent. Dennoch werden die Maßnahmen weiter in Frage gestellt. Landeshauptmann Markus Wallner plädiert dafür, die 2G-Regel ehestmöglich auslaufen zu lassen. Auch die Sperrstunde gehöre nach hinten verlegt.

Letzterem stimmt Gesundheitsexperte Armin Fidler zu. Die frühe Sperrstunde mindere das Risiko nicht besonders. Vor allem wenn sich Menschen schon in einem Restaurant befänden, mache es keinen Unterschied ob sie nun bis 22 Uhr oder etwas länger blieben, sagt er bei Vorarlberg LIVE. Die anderen Maßnahmen hält Fidler aber weiter für angebracht. Bei der 2G-Regel müsse man vorsichtig sein. Es handle sich schließlich auch um ein Signal, dass wir die Impfung brauchen. “Das sehen wir in den Krankenhäusern.” Derzeit müssen in Vorarlberg acht Personen intensivmedizinisch betreut werden. Alle von ihnen verfügen über keinen ausreichenden Impfschutz. 

Der Experte ist auch Teil der Coronakommission, die in ihrem jüngsten Bericht vor vorschnellen Öffnungsschritten warnt: “Sie bergen nach wie vor das Risiko der Gefährdung des Gesundheitssystems.” 

Druck auf Normalstationen steigt

Von den hohen Infektionszahlen ist Fidler nicht überrascht. “Wir wussten, dass es sie geben wird. Wahrscheinlich haben wir den Gipfel noch nicht erreicht.” Die gute Nachricht sei, dass die Omikron-Variante milder verlaufe. Die Intensivzahlen seien gering. “Allerdings steigen langsam die Einlieferungen bei den Normalbetten.” Die Coronakommission geht davon aus, dass bei einer Auslastung von österreichweit rund vier Prozent  erste Einschränkungen in der Regelversorgung eintreten. Das wären rund 1500 belegte Betten durch Covid-Patienten. Aktuell liegt die Zahl bei 1220, in Vorarlberg befinden sich 53 Personen auf Grund ihrer Coronaerkrankung auf der Normalstation. 

Booster ausschlaggebend

Fidler appelliert an alle, sich die dritte Impfung zu holen. Man könne sich nicht aussuchen, wie eine Infektion verlaufe. Daher sei es wichtig, gut vorbereitet – also geimpft – zu sein. Die Impfung spiele nicht nur heute eine Rolle, sondern auch, wenn sich die Pandemie in ein endemisches Geschehen wandle. “Der Schutz wird immer noch die Impfung sein, vor allem für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankung.” Auch Junge würde das Virus erwischen. Viele würden mehrere Tage krank im Bett liegen. “Man muss sich nur vorstellen, wie schwer der Verlauf ohne Impfung wäre.”

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