Johnson warnt vor Krieg

Politik / 10.02.2022 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seitens der Ukraine soll der Umgang mit Raketen und Panzerabwehrwaffen geprobt werden. AFP
Seitens der Ukraine soll der Umgang mit Raketen und Panzerabwehrwaffen geprobt werden. AFP

Russland soll eine “nukleare strategische Übung” planen.

Kiew, Moskau, Minsk Inmitten schwerer Spannungen im Ukraine-Konflikt haben Russland und Belarus am Donnerstag gemeinsame Militärmanöver begonnen. Bei der Übung solle etwa “die Abwehr äußerer Aggression” trainiert werden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Im Westen wird befürchtet, dass Russland im Zuge des Manövers einen Einmarsch in die Ukraine vorbereitet. Der britische Premierminister Boris Johnson warnte Donnerstag bei einem NATO-Besuch vor einem “Krieg” in der Ukraine.

“Ein Krieg wäre katastrophal und auch sinnlos, tragisch und würde sehr schnell wirtschaftlich teuer für Russland”, sagte Johnson bei einem Termin mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Das müsse auch der Kreml einsehen.

Johnson sprach von der “größten Sicherheitskrise für Europa seit Jahrzehnten”. Noch sei aber Gelegenheit, die Spannungen abzubauen und zum Dialog zurückzukehren. Stoltenberg rief Russland erneut auf, das Gesprächsforum des NATO-Russland-Rats zu nutzen.

Lawrow verärgert

Die britische Außenministerin Liz Truss warf Moskau eine “Kalter-Krieg-Rhetorik” vor und rief zu ernsthaften Verhandlungen auf. “Frieden und Stabilität” in Europa seien gefährdet, warnte Truss in Moskau bei einer Pressekonferenz mit ihrem Kollegen Sergej Lawrow. “Noch ist Zeit für Russland, seine Aggression gegen die Ukraine zu beenden und den Pfad der Diplomatie einzuschlagen.” Lawrow zeigte sich sichtlich verärgert von dem Auftreten seiner Kollegin. So kritisierte er etwa die britische Forderung, Russland solle Truppen von seinem eigenen Gebiet an der Grenze zur Ukraine abziehen.

Russland plant nach Angaben des britischen Verteidigungsministers Ben Wallace in Kürze eine “nukleare strategische Übung”. Details nannte er nicht, ergänzte aber im Radiosender BBC unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse, dass Russland neben Cyberangriffen und anderen destabilisierenden Aktivitäten auch Täuschungsmanöver plane, um einen Vorwand für eine Invasion der Ukraine zu schaffen.

Die NATO und Polen standen am Donnerstag auf Johnsons Terminplan. AFP
Die NATO und Polen standen am Donnerstag auf Johnsons Terminplan. AFP