Zweifel am Ende von Truppenaufmarsch

Politik / 16.02.2022 • 22:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Moskau veröffentlichte ein Video, das den Abzug von Kampfverbänden von der Krim zeigen soll. AFP/Russian Defence Ministry
Moskau veröffentlichte ein Video, das den Abzug von Kampfverbänden von der Krim zeigen soll. AFP/Russian Defence Ministry

Nato glaubt nach russischen Ankündigungen nicht an Deeskalation.

kiew, moskau Nach Erkenntnissen des Westens setzt Russland seinen Truppenaufmarsch im Grenzgebiet zur Ukraine entgegen seiner Ankündigungen fort. „Bisher haben wir vor Ort keine Deeskalation gesehen. Im Gegenteil: Russland scheint den Militäraufmarsch fortzusetzen“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch am Rande eines Treffens der Verteidigungsminister der Bündnisstaaten. Moskau hingegen betonte, es würden weitere Teile der Truppen abgezogen.

Kein Beweis

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte ein Video, das einen Zug bei Dunkelheit mit Panzern und anderen Militärfahrzeugen auf der Krim-Brücke zeigt. Die Brücke führt von der Halbinsel, die sich Russland 2014 einverleibt hatte, aufs russische Festland. Stoltenberg sagte, dass man Bewegungen von Truppen und Kampfpanzern sehe, beweise noch nicht, dass es einen echten Rückzug gebe. „Sie haben Truppen immer vor und zurück bewegt.“ Nach Angaben von US-Präsident Joe Biden vom Dienstag hat Russland mittlerweile mehr 150.000 Soldaten unweit der Grenze zusammengezogen. Auch die US-Regierung sieht keine Anzeichen für ein Ende des Truppenaufmarschs. Bisher sei kein Rückzug der Streitkräfte zu beobachten, sagte US-Außenminister Antony Blinken zu MSNBC. Zugleich verurteilte die US-Regierung die Aufforderung des russischen Parlaments an Präsident Wladimir Putin, die beiden abtrünnigen ukrainischen Regionen Luhansk und Donezk als Volksrepubliken anzuerkennen.

Putin selbst betonte unterdessen seine Bereitschaft zu Verhandlungen. Der Kreml teilte mit, Putin bevorzuge den Dialog und die Diplomatie zur Lösung der Ukraine-Krise und werte es als positives Zeichen, dass auch US-Präsident Biden den Dialog suche. Biden hatte zuvor erklärt: „Wir sollten Diplomatie jede Chance auf Erfolg geben.“