Unsicherheitsfaktor BA.2: Omikron-Subtyp könnte bald dominieren

Politik / 17.02.2022 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unsicherheitsfaktor BA.2: Omikron-Subtyp könnte bald dominieren
Long Covid ist noch nicht ausreichend erforscht. Daher gilt es, besonders Kinder, die noch nicht geimpft sind, weiterhin zu schützen, sagt Epidemiologin Eva Schernhammer.APA

Österreich erlebt eine Welle in der Welle. Epidemiologin Eva Schernhammer warnt daher weiter zur Vorsicht, vor allem bei Kindern aufgrund des Risikos von Long Covid.

Wien In zweieinhalb Wochen fallen also fast alle Corona-Maßnahmen, obwohl es bei Neuinfektionen noch keine deutliche Bewegung nach unten gibt. Das liegt laut aktuellem Wissensstand auch am neuen Omikron-Subtyp BA.2. Experten der gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination (Gecko) empfehlen, genau zu beobachten und nicht zu früh zu öffnen. Es könnte sich gerade eine neue Welle aufbauen.

Höhepunkt der Welle noch nicht überschritten

„Ein deutlicher Abwärtstrend hat sich durch das Darüberstülpen von BA.2 verzögert, wir befinden uns derzeit in einer Plateauphase“, sagt Eva Schernhammer den Vorarlberger Nachrichten. Sie ist Leiterin des Zentrums für Public Health und der Abteilung für Epidemiologie an der Med-Uni Wien. Wie am Donnerstag bekannt wurde, wird sie der neuen Kommission zum Monitoring der Impfpflicht angehören. Die Spitäler würden teilweise noch immer unter „sehr angespannten Bedingungen“ arbeiten.

Epidemiologin Eva Schernhammer gehört jener Kommission an, die die Impfpflicht in Österreich evaluieren wird.<span class="copyright">APA/Florian Wieser</span><span class="copyright"></span>
Epidemiologin Eva Schernhammer gehört jener Kommission an, die die Impfpflicht in Österreich evaluieren wird.APA/Florian Wieser

So viel weiß man aktuell zum Omikron-Subtyp: Laut Abwasseruntersuchungen in Kläranlagen und Analysen von PCR-Proben sind schon mehr als 20 Prozent der Fälle in Österreich auf BA.2 zurückzuführen. In der kommenden Woche könnte die Variante bereits dominieren, informiert das Prognosekonsortium, dem Komplexitätsforscher Peter Klimek angehört.

Der Trend ist global: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde BA.2 in mindestens 57 Ländern nachgewiesen. Noch nicht überprüfte Studiendaten japanischer Forscher weisen darauf hin, dass BA.2 viel ansteckender ist. Die gute Nachricht: Aktuell gibt es keine Hinweise auf schwerere Verläufe als bei BA.1, oder einen verminderten Schutz durch die Impfung. Dennoch führen mehr Infektionen zu einer höheren Belastung im Gesundheitswesen.

Risiko Long Covid bei Kindern

Schernhammer nennt auch Kindergärten und Schulen als sensible Bereiche. Derzeit steht noch keine Impfung für Kinder unter fünf Jahren zur Verfügung. Die Expertin verweist auf Daten aus Großbritannien und Israel, wonach Geimpfte weniger von Long Covid betroffen zu sein scheinen. Sie hält daher Vorsicht insbesondere bei ungeimpften Kindern weiterhin für wichtig. „Auch wenn sich derzeit laut jüngsten Studien ein wenig Entspannung abzeichnet, was Long Covid bei kleinen Kindern betrifft, so muss man hier noch auf konklusivere Evidenz warten, um diese potenzielle Gefahr endgültiger einschätzen zu können“, sagt sie und empfiehlt, Masken in Schulen weiterhin überall anzuwenden, wo es leicht geht. 

Ihre weiteren Empfehlungen sind klar: Die Impfung ist demnach ein wichtiger Baustein der weiteren Pandemiebekämpfung. Tests hätten beim Unterbrechen von Infektionsketten einen guten Dienst erwiesen. Schernhammer hebt auch hier die Schulen hervor. Generell empfiehlt sie ganz klar, dort alle Corona-Schutzmaßnahmen tatsächlich bis zum Paradigmenwechsel einzuhalten. 

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