Kampf um Einfluss in Afrika

Politik / 18.02.2022 • 22:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Erwartungen gingen zum Teil weit auseinander. RTS
Die Erwartungen gingen zum Teil weit auseinander. RTS

EU will 150 Milliarden Euro für Investitionen mobilisieren.

brüssel Mit Milliardeninvestitionen will die Europäische Union ihren Einfluss in Afrika sichern und Konkurrenten wie China die Stirn bieten. „Die EU möchte Afrikas erster Partner bleiben, ein loyaler Partner“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag nach einem Gipfel in Brüssel mit der Afrikanischen Union. Dafür werde die EU 150 Milliarden Euro etwa für Energienetze und Digitalisierung mobilisieren. Trotz des beschworenen Aufbruchs gingen die Erwartungen der rund 70 Staats-und Regierungschefs teils weit auseinander. 

Weite Teile des afrikanischen Kontinents wurden von einigen EU-Ländern bis spät ins 20. Jahrhundert brutal kolonisiert. Zahlreiche Staaten sind heute durch politische Instabilität, Terror und wirtschaftliche Schwierigkeiten gezeichnet, viele Menschen suchen in der EU ein besseres Leben. Zugleich versuchen Länder wie China, Russland und die Türkei über Investitionen, Waffenlieferungen und Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich Einfluss zu gewinnen.

Die EU-Kommission will nun für die Initiative Global Gateway mehr als 150 Milliarden Euro über sieben Jahre mobilisieren – etwa für Investitionen in Stromnetze, klimafreundlichen Wasserstoff, Internetinfrastruktur und Verkehrskorridore. Rund 36 Milliarden Euro würden aus dem EU-Haushalt kommen, 53 Milliarden seien Kreditgarantien, und etwa 20 Milliarden sollen die EU-Länder beisteuern, hieß es aus deutschen Regierungskreisen. Der Rest käme aus der privaten Wirtschaft. Ob das reicht, ist fraglich. Afrika brauche Investitionen zwischen umgerechnet 114 und 150 Milliarden Euro pro Jahr, sagte Senegals Präsident Mackie Sall. 600 Millionen Afrikaner hätten keinen Zugang zu Elektrizität.