Kriegsgewinnler

Politik / 07.03.2022 • 05:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

In der Ukraine ist Krieg, und die Kriegsgewinnler sind weltweit unter uns – von Austria bis Zimbabwe. Denn “wegen Kriegs” wurde im Handumdrehen buchstäblich alles teurer und macht Superreiche und internationale Konzerne auf der Stelle noch reicher.

Mit dem barmenden Hinweis, dass der Rohölpreis kriegsbedingt dramatisch gestiegen sei und es “lieferbedingte Engpässe” gebe, wird derzeit beispielsweise Benzin an den Tankstellen zu Mondpreisen abgegeben. Was in Wahrheit eine volksverdummende Ausrede ist. Schließlich stammt der in der Tankstelle gebunkerte Treibstoff aus vor einem halben Jahr und länger zu niedrigeren Preisen importiertem oder sogar inländisch gefördertem Rohöl. Selbiges gilt für Heizöl, und auch für billig beschafftes und schon länger gebunkertes Gas zum Heizen und zum Kochen.

Prophylaktische Verteuerung

Als die ersten russischen Soldaten in der Ukraine einmarschierten, erhöhten in den USA große Backfabriken  und Fleisch verarbeitende Konzerne ihre Preise sofort mit der Begründung, dass die Felder im Kriegsgebiet nicht bestellt werden könnten, ein Totalausfall der Getreide- und Futtermittel-Lieferungen und damit ein Anstieg der Importpreise zu befürchten sei. Wohl “vergessend”, dass derlei Produkte von den USA selten bis gar nicht importiert werden.

Unter Kriegsgewinnlern leiden auch europäische Verbraucher und es trifft sozial Schwache besonders hart. Lebensmittelkonzerne und Handelsketten “warnen”  bereits vor weiteren Preisaufschlägen bei allen möglichen “Produkten des täglichen Bedarfs”: Vom Kaffee bis zum Toilettenpapier. Das habe auch mit gestiegenen Energiepreisen (siehe oben) zu tun.

“Die Kriegsgewinnler berührt das nicht. Sie werden nur noch reicher.”

Peter Schröder

Und die neue Drehung an der Preisspirale kommt zum gerade mehr oder weniger verkrafteten Preisanstieg durch eine andere Attacke der Kriegsgewinnler: Beim Krieg gegen das Corona-Virus stiegen die Nahrungsmittelpreise in Westeuropa aus sehr oft nicht nachvollziehbaren Gründen allein in den letzten 12 Monaten um 4 bis 5 Prozent. Und die Energiepreise noch mehr. Das nennt man/frau gemeinhin “Inflation”. Die Kriegsgewinnler berührt das nicht. Sie werden nur noch reicher.

Zu tun ist dagegen in unserem westlichen Wirtschaftssystem wenig bis nichts. Die Absahner sollten uns aber zumindest mit dem Spruch verschonen, dass “wir alle im gleichen Boot sitzen”. Denn sie sitzen in ihren Super-Jachten und der große Rest bestenfalls in Ruderbooten mit Schlagseite.

Kriegsgewinnler