Neos: Erstkäufer statt Wohnungen fördern

Politik / 07.03.2022 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neos: Erstkäufer statt Wohnungen fördern
Die Neos fordern mehr Flexibilität der Förderungen fürs Wohnen. Neos, VN/Steurer

Junge Menschen, die Eigentum schaffen wollen, sollten gefördert werden, statt die Förderungen an die Wohnung zu binden.

Dornbirn Schaffa, schaffa, Hüsle boua – immer mehr junge Vorarlberger haben den Eindruck, dass vom Vorarlberger Mantra nur mehr die ersten beiden Punkte Gültigkeit haben. Wohneigentum liegt für viele in weiter Ferne.

Wenig verwunderlich, wie die Vorarlberger Neos hervorstreichen: Seit der Finanzkrise 2008 stagnieren oder sinken die Einkommen junger Europäer, im Gegensatz zu jenen von älteren, legt die Österreichische Akademie der Wissenschaften vor. „Diese Entwicklung macht vor Vorarlberg nicht Halt und ist längst im Mittelstand angekommen“, warnt Johannes Gasser von den Neos. Einkommenseinbußen im Zuge der Pandemie mussten gerade die unteren beiden Einkommensdrittel hinnehmen, ergibt eine SORA-Befragung.

Gleichzeitig wird Wohnen immer teurer. Die Inflation 2010-2020 betrug 20 Prozent, die Mietpreise pro Quadratmeter stiegen jedoch im selben Zeitraum um satte 45 Prozent. Vorarlberg ist hier sogar der Spitzenreiter bei den Mietpreisen pro Quadratmeter in Österreich, allein im ersten Quartal 2021 stiegen die Immobilienpreise um 12,3 Prozent. „Das muss man sich leisten können“, fasst es Gasser zusammen. „Die Jungen glauben nicht mehr an das Aufstiegsversprechen, dass man sich mit eigener Leistung etwas aufbauen kann.“

Flexibilität als Ausweg

„Wir als Neos sind überzeugt, dass Wohneigentum ein wichtiger Wert für eine Gesellschaft ist“, betont Neos-Landtagsabgeordneter Gerry Thür. Die Forderungen der Neos: zeitgemäßere Förderungen und mehr Flexibilität. Statt Wohnungen müsse man die Personen fördern, fordert Thür. Er denkt hier vor allem an die Erstkäufer von Wohnraum. Die Subjekt- statt Objektfinanzierung würde die Mitnahme von Förderungen erlauben, und damit Druck von Markt nehmen. Denn wer heute eine Wohnung kaufen will, muss wegen der Förderstruktur langfristig planen – und daher größer kaufen, als er im Moment brauchen würde, statt für sich selbst kleiner beginnen zu können. Auch die Mietkaufmodelle sind zu starr und objektbezogen. Hier wäre gerade im gemeinnützigen Wohnbau mehr möglich, aber auch im privaten Markt.

Abseits dessen bleibt die Forderung einer Zweckbindung des Wohnbaufördertopfs auf der Agenda der Neos. Doch auch die Steuerlast könne laut den beiden Neos-Landtagsabgeordneten reduziert werden. Für den Kauf einer Wohnung für eine Familie müsse man inzwischen 550.000 Euro rechnen. Dies bedeutet aber auch 35.000 Euro an Gebühren. Der Grundbucheintrag sei unverhältnismäßig teuer, gerade durch die gestiegenen Grundpreise. Und die Nebenkosten für Notare machen bis zu drei Prozent des Kaufpreises aus.