Lech: Beschlüsse mit Misstönen

Politik / 09.03.2022 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lech: Beschlüsse mit Misstönen
In knapp 40 Tagen werden die Arbeiten beim Zentrumsbau wieder aufgenommen. VN

Lecher Gemeindeväter segnen mehrheitlich weitere 10,5 Millionen für Investitionen in den Zentrumsbau ab.

Lech Noch liegt der Rohbau für das neue Gemeindezentrum in Lech im Winterschlaf. Vorbereitungen für die Fortsetzung der Arbeiten für das Großprojekt um mehr als 40 Millionen Euro werden bereits jetzt getroffen. Dazu zählen auch Beschlüsse für weitere Investitionen, die in der bereits vierten Bauphase zwischen 2. Mai und 30. November in den Bau fließen werden. Neben der Fassade, Verglasungen sowie Sonnenschutz werden dabei Dachbereiche sowie Aussenanlage und Innenausbau in Angriff genommen. Mit einer Fertigstellung wird im November 2023 gerechnet.

Zweidrittelmehrheit in Gemeindestube

Dass der Bau und das Zustandekommen der Beschlüsse nach wie vor für Diskussionen sorgen, war zu erwarten. In Lech haben bekanntlich seit der Gemeindewahl vier Listen das Sagen, deren Vertreter die Umsetzung nach wie vor kritisch beäugen. Dies wurde auch bei der jüngsten Sitzung der Gemeinde im Sportpark deutlich. Einer Reihe von Beschlüssen für weitere Investitionen in der Höhe von 13,5 Millionen Euro wurde nur von Vertretern der Liste Lech und Uf Weg gutgeheißen, Mandatare der Listen Unser Dorf und Zukunft wagen votierten dagegen. Für Gemeindevorstand Stefan Muxel (Unser Dorf), der bei der Bürgermeisterdirektwahl vor wenigen Wochen mit nur fünf Stimmen gegen den jetzigen Gemeindechef Gerhard Lucian (Liste Lech) verlor, ist man in der Gemeindestube von Lech “von einer konstruktiven Zusammenarbeit weit entfernt”. So wie Muxel bemängelt auch Listensprecher Clemens Walch in einem offenen Brief die herrschende Gesprächskultur: “Nach so einem knappen Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl hätten sich viele im Dorf erwartet, dass Lucian die Hand ausstreckt und gemeinsam einen zukunftsfähigen politischen Weg einschlägt.” Die Verantwortung für diese Art der Politik in Lech hätten nun die Regierungsparteien zu tragen, kritisieren Muxel und Walch und kündigen das Ausschöpfen aller Kontrollmöglichkeiten an.

„Demokratisch gefasste Beschlüsse müssen auch in Lech zur Kenntnis genommen werden", sagt<br>Bürgermeister Gerhard Lucian zur Kritik.
„Demokratisch gefasste Beschlüsse müssen auch in Lech zur Kenntnis genommen werden", sagt
Bürgermeister Gerhard Lucian zur Kritik.

Keine Koalition in der Arlberggemeinde

“Wir haben keine Koalition, es gibt lediglich eine Vereinbarung zur sachpolitischen Zusammenarbeit”, weist Lucian als Bürgermeister die Kritik zurück und verweist darauf, dass die beiden Listen eine Zweidrittelmehrheit in der Gemeindestube aufweisen. Nachsatz von Lucian an die Adresse er Kritiker: “Demokratisch gefasste Beschlüsse müssen zur Kenntnis genommen werden.”

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