Lockerungen beschleunigen Infektionsgeschehen

Politik / 10.03.2022 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lockerungen beschleunigen Infektionsgeschehen
Am Mittwoch wurden so viele Neuinfektionen wie noch nie gemeldet. Reuters

Spitzenwerte in Vorarlberg und ganz Österreich: Keine Entspannung in Sicht.

SCHWARZACH Hinterher ist es müßig, darüber zu diskutieren, ob es nicht besser gewesen wäre, mit weitreichenden Lockerungen noch etwas zuzuwarten. Der Gesundheitsexperte Thomas Czypionka hatte das gegenüber den VN angeregt. Am Mittwoch wurden österreichweit so viele Neuinfektionen an einem Tag gemeldet wie noch nie: 47.795. Auf Vorarlberg entfielen 2286 davon. Hierzulande ist die Inzidenz bestätigter Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche auf 2933 geklettert. Sie hat sich damit dem bisherigen Spitzenwert von 3186 (am 10. Februar) weiter angenähert. Schon bald dürfte sie darüber liegen: Laut Prognosekonsortium des Gesundheitsministeriums könnte sie bis zum kommenden Mittwoch auf etwa 3550 steigen. Das ist der sogenannte „Punktschätzer“, ein Mittelwert in einer größeren Bandbreite.

Weitere Faktoren

Das Konsortium, das sich aus Wissenschaftlern zusammensetzt, nennt zwei Gründe für die Entwicklung: Zugenommen hätten sowohl Fälle mit der klassischen Omikron-Variante als auch solche mit dem jüngeren Subtyp BA.2, der sich schon in den vergangenen Wochen sehr stark ausbreitete. Das lege den Schluss nahe, dass es Faktoren gebe, die zusätzlich treibend wirken. Dafür infrage kommen würden einerseits Einmaleffekte durch die Semesterferien, in denen es mehr Kontakte gab, und andererseits die Öffnungsschritte vom 19. Februar. Am 5. März wurden noch einmal Beschränkungen zurückgenommen. Dadurch wird es nach Einschätzung der Experten zu einer weiteren Beschleunigung des Infektionsgeschehens kommen.

Lockerungen beschleunigen Infektionsgeschehen

Den Spitälern bleibt unter diesen Umständen eine Dauerbelastung: In Vorarlberg wurden gestern 73 Patienten verzeichnet, die wegen oder mit Corona eingeliefert worden waren. In zwei Wochen könnte es sich nach Einschätzung des Prognosekonsortiums um rund 100 handeln. In Wien ist die Auslastung in Relation bereits heute größer mit insgesamt 654 Patienten: Die Situation sei „angespannt, aber nicht kurz vor der Überlastung“, erklärt die Stadt.

Noch stärker als in Vorarlberg ist die Inzidenz bestätigter Infektionen zuletzt in Liechtenstein gestiegen. Mit 3397 war sie dort gestern so hoch wie noch nie. Als Erklärungen wurden den VN Lockerungen, BA.2 und das Fasnachtstreiben in den vergangenen Wochen genannt.

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