Inflation hoch wie zuletzt 1981

Politik / 01.04.2022 • 22:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Hohe Energiepreise: Inflation kletterte im März laut Schnellschätzung auf 6,8 Prozent.

Wien In Österreich dürfte die Inflationsrate im März laut Schnellschätzung der Statistik Austria mit 6,8 Prozent den höchsten Wert seit November 1981 erreicht haben. Gegenüber dem Vormonat Februar erhöhte sich der Verbraucherpreisindex (VPI) voraussichtlich um 2,0 Prozent. Haupttreiber bleiben die Energiepreise. Im Februar hatte die Inflationsrate 5,9 Prozent betragen. SPÖ, FPÖ und Momentum-Institut klinkten sich am Freitag in die Inflations-Diskussion ein.

„Neuerliche Anstiege bei Treibstoff- und Energiepreisen heizten die Inflation weiter an“, erklärte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Der Indexstand des VPI und detaillierte Ergebnisse für März werden am 21. April bekanntgegeben.

Teuerung auf Rekordniveau

Die für Eurozonen-Vergleiche ermittelte harmonisierte Inflationsrate (HVPI) für Österreich lag im März 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 6,7 Prozent, geht aus den Berechnungen der Statistik Austria zur Schnellschätzung hervor. Gegenüber dem Vormonat Februar betrug die Teuerung laut dieser ersten Erhebung zufolge 2,3 Prozent. Für die Eurozone wurde vom EU-Statistikamt Eurostat für Feber eine Inflation von voraussichtlich 7,5 Prozent ermittelt; noch nie seit Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 1999 war die Teuerung im Euroraum so hoch gewesen.

SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried wetterte angesichts der hohen Teuerung erneut gegen die Mietrichtwert-Anhebung mit April. Auch für andere Bereiche der Teuerung lägen rasch umsetzbare, wirksame Vorschläge wie Preis-Obergrenzen und Steuersenkungen längst auf dem Tisch, so Leichtfried in einer Aussendung.

Dass der Finanzminister in einem Interview den Verzicht auf ordentliche Lohnabschlüsse und damit Reallohnkürzungen fordere, sei ein Skandal.

FPÖ-Obmann Herbert Kickl warf der SPÖ vor, sie sei „der nächste Teuerungsbock“, der sich „als Gärtner aufspielt“. Die Kritik sei „ein doppelbödiges und leicht durchschaubares Schauspiel“, die SPÖ sei immer vorne mit dabei, wenn es darum gehe, die Preise in unserem Land in die Höhe zu treiben. FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch warf ÖVP und Grünen vor, sie würden durch das Festhalten an der CO2-Bepreisung die Inflation zusätzlich befeuern.

Unternehmensgewinne

Das gewerkschaftsnahe Momentum-Institut verwies darauf, dass über Jahre knapp die Hälfte des „hausgemachten“ Teils der Inflation durch die Unternehmensgewinne verursacht worden sei. Der inländische Preisauftrieb der vergangenen 25 Jahre (+45,5 Prozent) gehe zur Hälfte auf Gewinnsteigerungen (+21,5 Prozentpunkte) und zur Hälfte auf Lohnsteigerungen (+22,2 Prozentpunkte) zurück. Auch im Vorjahr (2021) hätten Löhne (+0,7 Prozentpunkte) und Gewinne (+0,6 Prozentpunkte) annähernd gleich viel zum gesamten inländischen Preisauftrieb von 1,8 Prozent beigetragen.

„Neuerliche Anstiege bei Treibstoff- und Energiepreisen heizten die Inflation weiter an.“

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