Terrorwelle in Israel erreicht Tel Aviv

Politik / 08.04.2022 • 22:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach dem Anschlag arbeitete Sicherheitspersonal und der Rettungsdienst in der belebten Nachtmeile von Tel Aviv.Reuters
Nach dem Anschlag arbeitete Sicherheitspersonal und der Rettungsdienst in der belebten Nachtmeile von Tel Aviv.Reuters

Mutmaßlicher Terrorist des Anschlags von Tel Aviv war 28 Jahre alt.

Tel Aviv Rund eine Woche vor wichtigen Feiertagen hat ein weiterer Anschlag Israel erschüttert, nun in der Küstenmetropole Tel Aviv. Nach dem Attentat mit nun drei Toten im Zentrum der Stadt erschossen Sicherheitskräfte den mutmaßlichen Attentäter nach stundenlanger Suche, wie der Inlandsgeheimdienst Schin Bet mitteilte. Es habe sich um einen 28-jährigen Palästinenser aus Dschenin im Westjordanland gehandelt. Ministerpräsident Naftali Bennett warnte am Freitag vor weiteren Anschlägen durch Nachahmungstäter.

In belebter Straße der Hauptstadt

Nach Polizeiangaben hatte ein Angreifer am Donnerstagabend auf der belebten Dizengoff-Straße auf Gäste einer Kneipe geschossen. Zwei der Toten seien junge Männer im Alter von 27 und 28 Jahren gewesen. Nach Medienberichten waren sie Freunde seit der Kindheit. Am Freitagnachmittag teilte das Ichilov-Krankenhaus mit, dass zudem ein 35-jähriger Vater von drei Kindern an seinen schweren Verletzungen gestorben sei. Fünf weitere Menschen erlitten laut Polizei schwere oder mittelschwere Schussverletzungen.

Es war der vierte Anschlag in Israel innerhalb von rund zwei Wochen, dabei wurden insgesamt 14 Menschen getötet. Regierungsvertreter und internationale Politiker wie auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilten das erneute Attentat. Das Land befürchtet weitere Gewaltakte während des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der vergangenen Samstag begonnen hatte. Das christliche Osterfest und der Beginn des jüdischen Pessachfestes fallen in diesem Jahr mit dem Ramadan zusammen. Dazu werden viele Touristen im Land erwartet.

Erschütterung in der Politik

Ministerpräsident Naftali Bennett schrieb bei Twitter: „Wir bleiben in maximaler Alarmbereitschaft, in Tel Avivund im ganzen Land, aus Sorge vor weiteren Ereignissen oder Attentaten durch Nachahmer. (…) Unser Krieg gegen den mörderischen Terror ist lang und hart.“

In Tel Aviv war es in der Vergangenheit wiederholt zu Anschlägen gekommen. Auf der Dizengoff-Straße waren bereits im Januar 2016 zwei Menschen durch einen israelischen Araber erschossen worden. Und im Juni 2016 erschossen zwei Palästinenser im zentralen Sarona-Park vier Israelis und verletzten mehrere.

Der mutmaßliche Täter vom Donnerstag hatte nach Angaben des Schin Bet keine klaren Verbindungen zu Organisationen gehabt und war in der Vergangenheit auch nicht verhaftet worden. Der Mann habe sich ohne Genehmigung in Israel aufgehalten. Der 28-Jährige war demnach am frühen Freitagmorgen nach rund neunstündiger Suche von Hunderten Sicherheitskräften gefunden und nach einem Feuergefecht getötet worden. Er habe sich in Jaffa im Süden der Stadt nahe einer Moschee versteckt.

Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) zeigte sich auf Twitter vom Anschlag „schockiert“. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) twitterte, dass Feiglinge normale israelische Bürger angegriffen hätten.

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