Weniger Gastransit

Politik / 11.05.2022 • 22:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Intensität der Bombardierungen im Bezirk Charkiw hat am Mittwoch offenbar zugenommen. RTS
Die Intensität der Bombardierungen im Bezirk Charkiw hat am Mittwoch offenbar zugenommen. RTS

Gazprom bestätigt, dass weniger Gas durch die Ukraine geleitet wird.

Kiew, Moskau Zweieinhalb Monate nach dem Einmarsch russischer Truppen hat die Ukraine kriegsbedingt die Lieferungen von russischem Gas in Richtung Europa reduziert. Über das besonders umkämpfte ostukrainische Gebiet Luhansk floss seit Mittwochmorgen kein russisches Gas mehr in Richtung Westen, wie übereinstimmend aus ukrainischen und russischen Quellen hervorging. Größere Auswirkungen auf Deutschlands und Österreichs Versorgung hat das nach Behördenangaben bislang aber nicht. In Österreich kämen die Gaslieferungen aus Russland bisher unvermindert an, man sei aber „auf den Ernstfall vorbereitet“, hieß es aus dem Energieministerium von Leonore Gewessler. Der Gastransport nach Österreich läuft über unterschiedliche Leitungen, ein großer Teil davon fließt auch über unterschiedliche Pipelines in der Ukraine.

Die von der Ukraine angekündigte Einstellung des Transports betreffe nur einen Teil des ukrainischen Leitungsnetzes, betont man im Klimaschutzministerium. Die Bundesnetzagentur gab ebenfalls Entwarnung: „Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil. Die Versorgungssicherheit ist weiterhin gewährleistet.“ Die Gasmengen, die über die Ukraine im bayerischen Waidhaus ankommen, seien infolge der Transitreduzierung gegenüber Dienstag um gut 25 Prozent zurückgegangen. „Diese Mengen werden aktuell durch höhere Flüsse insbesondere aus Norwegen und aus den Niederlanden ausgeglichen“, so die Behörde. Ein nennenswerter Anstieg der Großhandelspreise sei ebenfalls nicht zu verzeichnen.

EU-Pläne in Vorbereitung

Die EU hat sich vorgenommen, so schnell wie möglich von russischen Energielieferungen loszukommen, laut einem Vorschlag der Kommission sollen Gasimporte bis Ende des Jahres um zwei Drittel reduziert werden. Genauere Pläne dazu will die Behörde kommende Woche vorlegen.