Infektionsgeschehen zieht wieder an

Politik / 02.06.2022 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Langsam scheinen sich ansteckendere Omikron-Subvarianten durchzusetzen. <span class="copyright">AFP</span>
Langsam scheinen sich ansteckendere Omikron-Subvarianten durchzusetzen. AFP

Gesundheitsminister präsentiert Leitfaden für Erkrankungen, die lange spürbar bleiben.

schwarzach Das Prognosekonsortium des Gesundheitsministeriums liegt einmal mehr daneben: In der vergangenen Woche ging es von einem anhaltend starken Rückgang des Infektionsgeschehens in Vorarlberg aus. In Wirklichkeit hat er dann jedoch nachgelassen. Diese Woche rechnet das Konsortium wieder mit einem Rückgang, zumindest vorerst gibt es jedoch eine Zunahme. Seit Dienstag ist die Zahl bestätigter Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche um gut ein Viertel auf 174 gestiegen. Leichtere Zuwächse verzeichnet die staatliche Gesundheitsagentur AGES auch in anderen Bundesländern und auch aus Teilen der Bodenseeregion werden ebensolche vermeldet.

“Hintergrundrauschen”

Das deckt sich mit Einschätzungen für den Sommer, die von einem verstärkten „Hintergrundrauschen“ (Gesundheitsexperte Armin Fidler) bis hin zu einer neuen „Welle“ (Molekularbiologe Ulrich Elling) reichen. Langsam, aber doch scheinen sich mit BA.4 und BA.5 ansteckendere Omikron-Subvarianten durchzusetzen. BA.5 ist bei Abwasserproben im Land bereits festgestellt worden. Mit schwereren Erkrankungsverläufen wird nicht gerechnet, Fidler weist jedoch auf das Problem der Masse hin: Wenn sehr, sehr viele infiziert sind, wird auch ein kleiner Prozentsatz behandlungsbedürftiger Patienten zu einer Herausforderung für die Spitäler.

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) hat unterdessen Langzeiterkrankungen in den Fokus genommen (Long Covid). Kennzeichnend sind Symptome wie Erschöpfung, Schwindel, Geschmacksverlust oder Herzrasen, die über Wochen hinweg anhalten. Gemeinsam mit Ärztekammervizepräsident Johannes Steinhart und der Allgemeinmedizinerin Suanne Radaby präsentierte Rauch einen Onlineleitfaden. Er soll Ärzten helfen, den besten Behandlungsweg zu finden. „Es geht nicht, dass Menschen, die etwa am Erschöpfungssyndrom leiden, im Kreis geschickt werden“, so der Minister: „Unser System muss lernen, damit umzugehen.“ Der Leitfaden soll je nach Forschungslage ständig weiterentwickelt werden.

In Großbritannien existiert eine bessere Datenlage zu Long Covid. Zwei Millionen Menschen leiden dort darunter.