Wirtschaftsbund: Landesunternehmen prüfen Inseratengeschäfte

Politik / 17.06.2022 • 16:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Inserate im Wirtschaftsbund-Magazin "Vorarlberger Wirtschaft" waren laut Rechnungshof zum Teil verdeckte Parteispenden. Auch landeseigene Unternehmen inserierten. <span class="copyright">APA</span>
Inserate im Wirtschaftsbund-Magazin "Vorarlberger Wirtschaft" waren laut Rechnungshof zum Teil verdeckte Parteispenden. Auch landeseigene Unternehmen inserierten. APA

Rückabwicklung für Illwerke VKW und Hypo Landesbank aber noch kein Thema.

Schwarzach In den Zentralen der Hypo Landesbank und der Illwerke VKW sollten die Alarmglocken schrillen. Davon ist Grünen-Mandatarin Nina Tomaselli überzeugt. Denn der Rechnungshof hatte die Inserateneinnahmen des Vorarlberger Wirtschaftsbundes zu großen Teilen – nämlich 1,3 von insgesamt 1,6 Millionen Euro im Jahr 2019 – als nicht deklarierte Parteispenden kategorisiert: „In diesem Betrag sind unzulässige Spenden von öffentlich-rechtlichen Körperschaften und von Unternehmungen mit mindestens 25 Prozent öffentlicher Beteiligung in der Höhe von rund 232.000 Euro enthalten.“ Die Schaltungen der Hypo Landesbank und der Illwerke VKW könnten also illegal gewesen sein, so der Verdacht. Noch herrscht in den landeseigenen Betrieben aber Gelassenheit. „Wir prüfen derzeit, welche Schritte wir setzen“, erläutert Andreas Neuhauser, Kommunikationsleiter der Illwerke VKW, auf VN-Anfrage. In der Hypo Vorarlberg heißt es, dass „uns zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen bekannt sind als jene, die der Stellungnahme des Rechnungshofs zu entnehmen sind.“ Bis dato sei man nicht auf sie zugekommen, sagt Pressesprecherin Chiara Hollenstein: „Wir werden die weiteren Entwicklungen selbstverständlich beobachten und prüfen, ob die Hypo Vorarlberg von etwaigen Auswirkungen betroffen ist.“ Tomaselli forderte diese Woche, dass Betriebe mit Landesbeteiligung, die im Wirtschaftsbund-Magazin „Vorarlberger Wirtschaft“ inserierten, ebendiese Geschäfte rückabwickeln sollen.

Hypo und Illwerke VKW verteidigten die Entscheidung, die umstrittenen Inserate platziert zu haben. „Als unternehmerische Bank hat die Hypo Vorarlberg im Wirtschaftsbund-Magazin Inserate geschaltet, um zielgruppenspezifisch potenzielle Firmen- und Gewerbekunden anzusprechen.“ Seit 2012 meldete die Bank insgesamt 219.000 Euro für Werbung in der „Vorarlberger Wirtschaft“, wie ein Blick in die Medientransparenz-Datenbank zeigt. Die Illwerke VKW meldeten für 2012 und 2016 20.400 Euro für Inserate im Wirtschaftsbund-Magazin. Weitere 15 als „Promotion“ der Unternehmensgruppe gekennzeichnete Seiten in den Jahren 2018, 2019 und 2020 sind in der Medientransparenzdatenbank nicht gelistet – die Kosten lagen möglicherweise jeweils unter 5000 Euro pro Quartal.  Die Magazine „Die Wirtschaft“ von der Wirtschaftskammer und die „Vorarlberger Wirtschaft“ vom Wirtschaftsbund waren laut der Pressestelle der Illwerke VKW die einzigen regionalen Printmedien, „über die wir unsere Kunden im B2B-Segment zielgenau erreichen“ können. „Wir haben deshalb im Rahmen unserer Kampagnenplanung beide Medien immer wieder für die Bewerbung konkreter Produkte und Dienstleistungen genutzt.“