Missbrauchsopfer klagt Papst Benedikt

Politik / 22.06.2022 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der emiritierte Papst soll „Kenntnis von allen Umständen“ gehabt haben.  DPA
Der emiritierte Papst soll „Kenntnis von allen Umständen“ gehabt haben.  DPA

Opfer von pädophilem Priester gibt Ratzinger Mitschuld.

München Ein Missbrauchsopfer eines katholischen Priesters hat Klage gegen den mutmaßlichen Täter, aber auch gegen den emeritierten Papst Benedikt eingereicht. Die Klage richtet sich nach Berichten des Bayerischen Rundfunks, des Recherchezentrums Correctiv und der “Zeit” auch gegen das Erzbistum München und Freising und einen weiteren ehemaligen Erzbischof, Kardinal Friedrich Wetter. Das Landgericht Traunstein bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch den Eingang einer Klageschrift.

Kläger ist den Medienberichten zufolge ein heute 38-jähriger Mann aus Bayern, der als Kind von dem Priester sexuell missbraucht worden sei. Mit Blick auf Joseph Ratzinger, den späteren Papst Benedikt, heißt es demnach in der Klageschrift, dieser habe als Kardinal “Kenntnis von allen Umständen” gehabt und habe es “zumindest billigend in Kauf genommen, dass dieser Priester ein Wiederholungstäter ist”. Trotzdem soll Ratzinger den Priester wieder in der Seelsorge eingesetzt haben.

Da die Taten strafrechtlich weitgehend verjährt seien, wende der Rechtsanwalt des Opfers, der Berliner Strafverteidiger Andreas Schulz, einen juristischen Kniff an, heißt es in den Medienberichten. Demnach hat er eine sogenannte Feststellungsklage eingereicht, mit der zwar keine strafrechtliche Verfolgung, möglicherweise aber eine Feststellung der Schuld der Kirche erreicht werden könne.