Hinter den Kulissen: Befragung im U-Ausschuss als Spektakel

Politik / 02.07.2022 • 15:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
„Eigentlich guate Frogn“, bilanzierte Nationalratspräsident Sobotka. <span class="copyright">APA/HELMUT FOHRINGER</span>
„Eigentlich guate Frogn“, bilanzierte Nationalratspräsident Sobotka. APA/HELMUT FOHRINGER

Bei den dieswöchigen Befragungen vor dem Kontrollorgan des Parlaments wurde im Medienraum viel gelacht.

Dem ehemaligen Mann für die „Message Control“ des Bundeskanzleramts, Gerald Fleischmann (48), entglitt die Kontrolle über seine Befragung vor dem ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss im Nationalrat irgendwann. Im Medienraum des Parlaments wurde schon nur noch gelacht, während der heutige Mitarbeiter des ÖVP-Parlamentsklubs zum wiederholten Male angab, sich der Antwort zu entschlagen. Dabei hatte er den Auftritt penibelst geplant und in seiner Redevorlage für das Eingangsstatement sogar mit einem großen „[PAUSE]“ markiert, wann er für theatralische Stille sorgen möchte.

Doch all das half nichts. Spätestens als sogar Vorsitzender Wolfgang Sobotka (66, ÖVP) klarstellte, von der ständigen Aussageverweigerung genervt zu sein, war das Spektakel perfekt. Auch auf die Frage, ob Fleischmann während seiner Zeit im Kanzleramt zu Aktenlieferungen an den Ibiza-U-Ausschuss aufgefordert worden war, wollte dieser nicht antworten, Sobotka blieb harsch: „AKTENLIEFERUNGEN AN DEN IBIZA-AUSSCHUSS? JA? NEIN?“ und quittierte die Arbeit der Abgeordneten leise, aber hörbar mit „Eigentlich guate Frogn“. Grund genug für einen Sprecher der Parlamentsdirektion, im Medienraum lobend zu erwähnen, dass für diese Befragung kein Eintritt verlangt werde. Sobotka selbst wird übrigens in zwei Wochen befragt, bevor der Ausschuss bis September in die Sommerpause geht.