Diese Coronamedikamente sind mittlerweile im Einsatz

Politik / 31.07.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Paxlovid ist ein antivirales Medikament. Es wird als Tablette eingenommen. <span class="copyright">Reuters</span>
Paxlovid ist ein antivirales Medikament. Es wird als Tablette eingenommen. Reuters

Bisher rund 1340 in Vorarlberg abgegeben. Bundesregierung will Verteilung verbessern.

SCHWARZACH Im Kampf gegen Covid-19 sind in Österreich mittlerweile mehrere Medikamente im Einsatz. Die Bundesregierung sieht aber Verbesserungsbedarf. Derzeit seien rund fünf Prozent von 480.000 Packungen an Risikopatientinnen und –patienten abgegeben worden, der Großteil davon in den Krankenhäusern, hieß es nach dem Bund-Länder-Gipfel in der vergangenen Woche. „Wir brauchen die Unterstützung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, um endlich in die Breite zu kommen“, sagt Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). Aus der Sicht von Robert Spiegel, Covid-Beauftragter der Ärztekammer, läuft das Prozedere in Vorarlberg gut, die „Torschusspanik“ verstehe er nicht ganz. Die niedergelassenen Ärzte seien gut informiert. Er verweist aber auf bestimmte Einschränkungen. „Im Herbst wird es mehr Medikamente brauchen.“

Früh nach Symptombeginn

Die Behandlung mit den derzeitigen Mitteln sollte jedenfalls sehr früh nach Symptombeginn einer Coronainfektion starten, um einen schweren Verlauf vorzubeugen, wie Spiegel erläutert. Zwei Arten an Medikamenten werden an Risikopatientinnen und –patienten verabreicht: Einerseits sind das Tabletten, welche die Virusreproduktion im Körper hemmen. „Sie haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, einen Krankenhausaufenthalt zu verhindern.“ Das sind Paxlovid und Lagevrio. Als zweite Gruppe gibt es Antikörpertherapien, vor allem über Infusionen. „Die Antikörper werden passiv verabreicht. Dadurch steigt die Abwehr über eine gewisse Zeit.“ In Frage kommen Xevudy (Sotrovimab), Regkirona und Evusheld.  Eine vorläufige Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA haben nur Paxlovid, Xevudy und Regkirona, die anderen beiden noch nicht, erklärt Spiegel Sie können aber auch schon verabreicht werden. Wie das Gesundheitsministerium ausführt, sei die Anwendung sei von der EMA und dem österreichischen Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) vorab ermöglicht worden.

Doch wie kommen Betroffene in Vorarlberg an die Medikamente? Wer nachgewiesen infiziert ist, kann sich über den Hausarzt oder per Mail direkt beim Infopoint arzneimittelabgabe@lwz-vorarlberg.at melden, wie der Corona-Beauftragte der Ärztekammer ausführt. Von dort würden die Menschen kontaktiert und eine Therapie in Absprache mit dem behandelnden Arzt vereinbart. Im Fall von Paxlovid ist jeder Mediziner in der Lage, ein Rezept auszustellen, Lagrevio werde von der Arzneimittelabgabe zur Verfügung gestellt. Xevudy (Sotrovimab) an die Hausärzte geliefert. Diese verabreichen die Infusion. In Ausnahmefällen, etwa bei Urlauben, übernehme das Team vom derzeit ruhend gestellten Behandlungszentrum in Dornbirn.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

„Wir bemühen uns sehr, die Ärzte zu informieren, und meines Erachtens sind sie auch informiert“, betont Spiegel mit Blick auf die Kritik vom Bund. „Infusionen sind schon knapp tausend Mal verabreicht worden – Rechnet man das etwa auf Wien hoch, ist das sehr gut.“ Im Fall von Paxlovid lägen zögerliche Verschreibungen nicht daran, dass die Mediziner zu wenig Bescheid wüssten, sondern, dass es „bestimmte Limitierungen“ gebe. So bestünden Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, etwa Blutverdünnungsmitteln. „Es kann nicht jedem verabreicht werden.“ Blickt man sich die Zahlen aus Vorarlberg an, ist Xevudy (Sotrovimab) mit Stand 9. Juli 977 Mal eingesetzt worden, Paxlovid 105 Mal. Diesbezüglich könnte die Zahl allerdings höher liegen, da das Medikament vielleicht auch ohne Rückmeldung an die Arzneimittelabgabe verschrieben wurde. Spiegel schätzt etwa 150 Anwendungen. Bei Lagevrio sind es 60, Regkirona 34 und Evusheld 115.