Frisches Geld für neue Impfkampagnen gegen stockenden Impffortschritt

Politik / 03.08.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die meisten Impfungen sind aktuell Auffrischungsimpfungen, es handelt sich in der Regel also bereits um den vierten Stich. <span class="copyright">REUTERS</span>
Die meisten Impfungen sind aktuell Auffrischungsimpfungen, es handelt sich in der Regel also bereits um den vierten Stich. REUTERS

Gemeinden sollen liefern. Impfquote sackte deutlich ab.

Schwarzach 60 von 100 Österreicherinnen und Österreichern gelten als geimpft. Das heißt, sie haben sich für mindestens drei Impfdosen gegen das Coronavirus entschieden. So viele braucht es, um vollimmunisiert zu sein.

Die Quote war schon höher, da ursprünglich zwei Stiche für eine Grundimmunisierung vorgesehen waren. Mit der Zeit zeigte sich allerdings, dass eine dritte Dosis notwendig ist. Da sich viele doppelt Geimpfte keine Auffrischung holten, rutschten am Ende sechs Bundesländer unter die 60-Prozent-Marke. In Vorarlberg, das nach Salzburg und Oberösterreich an drittletzter Stelle liegt, gelten gerade einmal 56,71 Prozent als vollimmunisiert. In 13 Gemeinden des Landes ist weniger als die Hälfte der Bevölkerung geimpft, unter anderem in Meiningen, Hittisau, und Riefensberg. Schlusslicht bleibt St. Gerold mit 37 Prozent. Zu den Spitzenreitern zählen Nüziders (63), Damüls (67), Lech (69) und Schröcken (70 Prozent).

Geld für die Gemeinden

Ursprüngliches Ziel war es, zumindest auf eine Impfquote von 80 Prozent zu kommen. Gemeinden, die das erreichen, sollten mit einer Prämie belohnt werden. Dieses Vorhaben ist jedoch Geschichte. Geld gibt es trotzdem – nämlich im Zuge einer Werbeprämie. Sie wurde nach Angaben der Bundesregierung bereits an die Gemeinden überwiesen. Österreichweit erhielten sie zusammen 75 Millionen Euro. Die Summe ist als Vorschuss für weitere lokale Impfkampagnen zu sehen. Wer nicht liefert, muss zurückzahlen.

Dass der Impffortschritt ins Stocken gerät, ist unterdessen kein Geheimnis. Erstimpfungen gibt es kaum. Der vierte Stich überwiegt in der Statistik. So holten sich am Montag etwa 5000 Personen in Österreich eine Dosis ab, in mehr als 4100 Fällen davon handelte es sich um die vierte. Ein ähnliches Bild zeichnete sich am Dienstag mit knapp 7000 Impfungen ab, von denen es sich bei über 5700 um Nummer vier gehandelt hatte. Die Auffrischungsimpfung wird vom Nationalen Impfgremium für Menschen ab 65 Jahren und Menschen mit Vorerkrankungen empfohlen. 

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Gesundheitsminister Johannes Rauch kündigte weitere Impfkampagnen an. Sie sollen Menschen in Betrieben, Arbeitnehmerverbänden, Arztpraxen, Gesundheitseinrichtungen sowie Gemeinden und Vereine erreichen. Persönliche Kommunikation sei der Schlüssel. Ein postalisches Erinnerungsschreiben zur Auffrischung ist in Planung, ebenso sind es Push-Meldungen über die Grüne-Pass-App.

Zwei Millionen für Kampagne

Seit 21. März versucht der Bund mit der Kampagne “#gemeinsamgeimpft” gezielt Ungeimpfte anzusprechen. Dafür bezahlte das Kanzleramt bis Anfang Juni rund zwei Millionen Euro.