Van der Bellen vor Queen-Begräbnis bei King Charles III.

Politik / 16.09.2022 • 06:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Van der Bellen vor Queen-Begräbnis bei King Charles III.
APA/EVA MANHART, Odd ANDERSEN / POOL / AFP

Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird in London im Zuge der Trauerfeierlichkeiten anlässlich des Ablebens von Königin Elizabeth II. mit Charles III. zusammenkommen.

London Wie die Präsidentschaftskanzlei der APA mitteilte, nimmt Van der Bellen am Sonntagabend an einem Empfang des neuen britischen Königs teil. Am Montag werden der Bundespräsident und seine Ehefrau Doris Schmidauer der am 8. September 96-jährig verstorbenen Queen beim Staatsbegräbnis die letzte Ehre erweisen.

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Im Vorfeld der Reise wurde der Bundespräsident mit den Worten zitiert: “Queen Elizabeth II. war eine Ikone der Stabilität, der Integrität und Verlässlichkeit. Sie hat in bewegten Zeiten niemals ihre Autorität, ihre Zuversicht, ihre Standhaftigkeit und auch ihren britischen Humor verloren. Sie war nicht nur Zeitzeugin fast eines Jahrhunderts, sondern sie war Akteurin der Weltgeschichte. Jetzt wird das Vereinigte Königreich ohne seine Königin und mit einem König weiter seinen Weg gehen. Aber eines wird bleiben: Ihr Lebenswerk.”

Van der Bellen wird am Sonntag in die britische Hauptstadt reisen. Dort werde er sich “in das vom Buckingham Palace aufgelegte Kondolenzbuch eintragen und dem König – den er bereits bei einem offiziellen Besuch des damaligen Thronfolgers in der Wiener Hofburg kennenlernte – im Namen aller Österreicherinnen und Österreicher kondolieren”, ließ sein Büro wissen. “Bereits bei dem gemeinsamen Gedenken an die verstorbene Queen am Vorabend der Trauerfeier wird der Bundespräsident auf die anderen aus aller Welt angereisten Staatsoberhäupter treffen.”

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Odd ANDERSEN / POOL / AFP

Der Hinflug nach London erfolgt am Sonntag. Die offizielle Trauerfeier beginnt am Montag in der Westminster Abbey. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen und Sperren in London wurden alle Staats- und Regierungschefs sowie deren Begleitungen gebeten, mit Bussen vom britischen Außenministerium zu den Orten der Trauerfeierlichkeiten anzureisen.” Auch Bundespräsident Van der Bellen und Doris Schmidauer werden diesem Wunsch des britischen Königshauses nachkommen und mit dem Bus in die Westminster Abbey gebracht”, so die Präsidentschaftskanzlei.

Im Anschluss an die Trauerfeier in der Westminster Abbey werden Van der Bellen und Schmidauer noch einen Empfang des britischen Außenministers James Cleverly für die anwesenden Staatsoberhäupter und Regierungschefs besuchen. Von dort geht es für den Bundespräsidenten direkt zur UNO-Generalversammlung in New York. Dort nimmt er am Dienstag gemeinsam mit Bundeskanzler Karl Nehammer und Außenminister Alexander Schallenberg (beide ÖVP) an der Eröffnung der 77. Generaldebatte teil. In Folge sind für das Trio zahlreiche bi- und multilaterale Treffen geplant. Auf der Agenda des Staatsoberhaupts steht unter anderem ein Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Das Gespräch im UN Head Quarter ist für Mittwoch Mittag (Ortszeit) terminisiert.

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Während weiter Zehntausende Menschen in London Abschied von Königin Elizabeth II. nehmen wollen, steht für den neuen König und die Königsgemahlin am Freitag eine Reise auf dem Programm. Charles III. und Camilla werden in Wales erwartet und dort die Hauptstadt Cardiff besuchen. Es ist die erste Reise der beiden nach Wales seit dem Tod der Queen vor einer Woche.

In Cardiff wird das Königspaar unter anderem an einem Gottesdienst für die gestorbene Königin in der Kathedrale von Llandaff teilnehmen, wie der Bischofssitz mitteilte. Im Anschluss werden Charles und Camilla im Walisischen Parlament erwartet, um Beileidsbekundungen entgegenzunehmen. Am Nachmittag besuchen die beiden die Burg Cardiff Castle, wo sie den walisischen Regierungschef Mark Drakeford und Parlamentspräsidentin Elin Jones treffen werden. Zwischendurch soll es auch für das Volk Gelegenheiten geben, den neuen König und seine Frau zu Gesicht zu bekommen. Bevor Charles König wurde, trug er den Titel Prinz von Wales. Nun hat sein Sohn William diesen übernommen, dessen Frau Kate jetzt Prinzessin von Wales ist.

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AP Photo/Christophe Ena

Bei dem Wales-Besuch muss sich das Königspaar womöglich erstmals seit dem Tod der Queen auf größere Proteste gegen die Monarchie einstellen. Wie die Nachrichtenagentur PA meldete, planen Monarchiegegner an der Burg am Nachmittag einen stillen Protest gegen die aus ihrer Sicht längst überholte Staatsform des Landes.

In London werden unterdessen wieder Zehntausende Menschen erwartet, die Queen Elizabeth II. die letzte Ehre erweisen wollen. Insgesamt fünf Nächte und vier Tage lang ist der Sarg der Königin im britischen Parlament aufgebahrt und rund um die Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Wer persönlich von der gestorbenen Monarchin Abschied nehmen will, dem bleibt nichts anderes übrig, als sich in eine lange Warteschlange einzureihen. In der Nacht zum Freitag betrug die Wartezeit der BBC zufolge 14 Stunden. Die Schlange war auf acht Kilometer angewachsen und reichte vom Parlament aus über die Lambeth Bridge und am Südufer der Themse entlang von National Theatre und Tate Modern bis über den Tower of London hinaus. Zehntausende harrten trotz nächtlicher Kälte aus. Es wird erwartet, dass die Schlange am Wochenende noch länger wird. APA