Ausschreitungen und Proteste

Politik / 19.09.2022 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Amini war am vergangenen Dienstag von der Religionspolizei festgenommen ­worden. IranWire/Reuters
Amini war am vergangenen Dienstag von der Religionspolizei festgenommen ­worden. IranWire/Reuters

Empörung über den Tod einer 22-Jährigen im Iran.

teheran Drei Tage nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini im Polizeigewahrsam sind im Iran wieder Menschen in mehreren Städten auf die Straßen gegangen. In der Hauptstadt Teheran kamen am Montag Studierende vor der Universität zusammen, um ihre Wut über den Vorfall auszudrücken und ihre Trauer zu teilen, wie die Tageszeitung „Sharg“ berichtete. Die junge Frau war am vergangenen Dienstag nach ihrer Festnahme durch die Religionspolizei ins Koma gefallen und am Freitag in einem Krankenhaus gestorben.

Auch in Aminis Heimatprovinz Kurdistan gingen erneut etliche Menschen auf die Straße. Dabei kam es Medienberichten zufolge auch zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. In der Stadt Diwandareh sollen unverifizierten Berichten zufolge auch Schüsse gefallen sein. Von offizieller Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Im Internet trauerten viele Iraner um die Frau, die am Dienstag während eines Familienbesuchs in Teheran von der Sitten- und Religionspolizei wegen ihres „unislamischen“ Outfits festgenommen und auf eine Polizeiwache gebracht worden war. Nach Polizeiangaben war sie dort wegen Herzversagens zunächst in Ohnmacht und danach ins Koma gefallen. Am Freitag wurde ihr Tod bestätigt.

Im Netz kursierte auch eine andere Version. Mahsa Amini sei verhaftet worden, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß und ein paar Haarsträhnen zu sehen gewesen seien. Nach der Verhaftung sei ihr Kopf im Polizeiauto gegen die Scheibe geschlagen worden, was zu einer Hirnblutung geführt habe. Die Polizei wies das vehement zurück. Die Klinik, in der die 22-Jährige behandelt wurde, hatte nach ihrem Tod in einem inzwischen gelöschten Post bei Instagram geschrieben, dass Amini bei der Aufnahme am Dienstag hirntot gewesen sei. Die Unterstellungen seien „grundlos“, sagte der Polizeichef der Hauptstadt, Hussein Rahimi, nach Angaben der Nachrichtenagentur Mehr am Montag. Seit der Islamischen Revolution 1979 gelten im Iran strenge Kleidungsvorschriften.