Noch keine Corona-Trendwende

Politik / 21.09.2022 • 05:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie wird sich das Infektionsgeschehen weiterentwickeln? <span class="copyright">APA/Gindl</span>Aufschlüsse kann die Abwasseranalyse bieten.
Wie wird sich das Infektionsgeschehen weiterentwickeln? APA/GindlAufschlüsse kann die Abwasseranalyse bieten.

Infektionsgeschehen erscheint ruhig, BA.5 im Vorarlberger Abwasser dominant.

Schwarzach Draußen ist es längst herbstlich geworden, die kältere Jahreszeit nähert sich mit großen Schritten. Wie sich das Infektionsgeschehen weiterentwickelt, ist aber ungewiss. Zumindest die aktuellen Zahlen scheinen vergleichsweise erfreulich: Denn die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES weist auf ihrem Dashboard für Vorarlberg noch immer die österreichweit niedrigste Sieben-Tages-Inzidenz aus. Damit gemeint ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Sie lag am Dienstag bei rund 280. Spitzenreiter waren hingegen Oberösterreich und Niederösterreich mit 463 beziehungsweise 438. In den letzten Tagen gingen die Zahlen österreichweit wieder etwas nach oben.

Die Inzidenzen sind mit Vorsicht zu genießen, denn es wird viel weniger getestet. <span class="copyright">APA/Schlager</span>
Die Inzidenzen sind mit Vorsicht zu genießen, denn es wird viel weniger getestet. APA/Schlager

Ungenaues Bild

Doch prinzipiell ist das mit Vorsicht zu genießen. Heutzutage wird deutlich weniger getestet als früher, besonders seit Abschaffung der Quarantäne. Und je weniger getestet wird, desto weniger Infektionen werden überhaupt erst entdeckt. Somit zeichnen die Inzidenzen aktuell nur ein ungenaues Bild.

Anders sieht es bei der Abwasseranalyse aus. Dafür werden im Land sechs Kläranlagen untersucht. Sie decken rund drei Viertel der Bevölkerung ab. Große Veränderungen sind momentan noch nicht festzustellen. Die Virenlast im Abwasser sei gleichbleibend auf eher niedrigem Niveau, erläuterte Christoph Scheffknecht, Leiter des Umweltinstituts auf VN-Anfrage. „Die dominante Variante ist noch immer BA.5“ Dabei handelt es sich um eine Omikron-Untervariante.

BA.5 ist laut Christoph Scheffknecht, Leiter des Umweltinstituts, noch immer dominant. <span class="copyright">VN/Serra</span>
BA.5 ist laut Christoph Scheffknecht, Leiter des Umweltinstituts, noch immer dominant. VN/Serra

Teststrategie bleibt

Wie zuletzt bekannt wurde, soll sich an der Teststrategie in Österreich jedenfalls so schnell nichts ändern. In den nächsten Monaten werde sie beibehalten, sagte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) vergangene Woche. Pro Person und Monat gibt es demnach maximal jeweils maximal fünf PCR-Tests und Antigentests gratis.

Minister Rauch will bei der aktuellen Teststrategie bleiben. <span class="copyright">APA/Techt</span>
Minister Rauch will bei der aktuellen Teststrategie bleiben. APA/Techt

Insbesondere Wien zeigt sich skeptisch, ob das ausreichen wird. Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sagte, er sei sich sicher, dass die Startegie im Herbst neu diskutiert werde. Denn es sei zu erwarten, dass die Zahlen “hinaufschnalzen”.