Hubert Hämmerle räumt den AK-Chefstuhl: Das ist der Nachfolger

Politik / 30.09.2022 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Hubert Hämmerle räumt den AK-Chefstuhl: Das ist der Nachfolger

Vorarlberger AK-Präsident zieht sich nach 16 Jahren zurück und will damit „Platz machen für jüngere und dynamische Kräfte“.

Feldkirch Vorarlberger AK-Präsident zieht sich nach 16 Jahren zurück und will damit „Platz machen für jüngere und dynamische Kräfte“.

„45 Jahre sind genug“, sagt Hubert Hämmerle. <span class="copyright">MIRO KUZMANOVIC</span>
„45 Jahre sind genug“, sagt Hubert Hämmerle. MIRO KUZMANOVIC

Worüber die VN in ihrer Rubrik „Hinter den Kulissen“ bereits mehrfach berichtet haben, wird jetzt in die Tat umgesetzt:

Bernhard Heinzle, seit 16 Jahren Geschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) wurde von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG.ÖAAB) zum Nachfolger von Hubert Hämmerle als AK-Präsident designiert.

Bei der Vollversammlung der Vorarlberger Arbeiterkammer (AK) am 3. November soll Heinzle in die neue Funktion gewählt werden. Die Arbeitnehmervertretung zählt hierzulande rund 167.000 Mitglieder und beschäftigt rund 147 Mitarbeiter:innen. Heinzle, Vater zweier Töchter, ist freilich kein Unbekannter: Er gilt als erfahrener Arbeitnehmervertreter, absolvierte die Sozialakademie und trat 2000 als Regionalsekretär in die GPA Vorarlberg ein. Für den bisherigen AK-Vizepräsident stellt der große Vertrauensvorschuss seiner Fraktion eine Verpflichtung dar, „mich mit großer Leidenschaft für die Arbeitnehmerschaft einzusetzen.”

Hubert Hämmerle räumt den AK-Chefstuhl: Das ist der Nachfolger
Hubert Hämmerle (r.) übergibt an Bernhard Heinzle.

„Sozialpartner mit Handschlagqualität“

Heinzle gilt als „Sozialpartner mit Handschlagqualität“ und konnte sich als Verhandlungsführer bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die Beschäftigten im Pflege— und Sozialbereich einen Namen machen. Sein erklärtes Ziel „ist der konsequente, weitere Ausbau der AK als führendes Dienstleistungsunternehmen für die Vorarlberger Arbeitnehmer“. Wichtig sei für ihn die gute Zusammenarbeit mit allen Fraktionen in der AK: „Für mich zählt in erster Linie der Einsatz der Kammerrätinnen und Kammerräte für unsere Arbeitnehmer und weniger, welcher politischen Gesinnung er oder sie angehört.”

„Das Auseinanderdriften der Einkommen und Vermögen oder die stark gestiegenen Wohn- und Energiepreise stellen wichtige Zukunftsthemen für die Beschäftigten im Land dar.“

Bernhard Heinzle, designierter AK-Präsident

Angesichts der großen Herausforderungen der nächsten Jahre ist für ihn eine interessenspolitische Arbeit notwendiger denn je: „Die stark gestiegenen Wohn— und Energiekosten, das immer stärkere Auseinanderdriften der Einkommen und Vermögen sowie die durch die Digitalisierung beschleunigte Transformation der Wirtschaft sind wichtige Zukunftsthemen.“

Hubert Hämmerle räumt den AK-Chefstuhl: Das ist der Nachfolger

Hämmerle will mit seinem Rückzug „den Generationenwechsel in der AK vorantreiben und Platz machen für junge und dynamische Kräfte.” Begonnen hat seine Karriere im September 1977 als Mechaniker—Lehrling bei der Höchster Firma Blum. Getreu seinem Wahlspruch „45 Jahre sind genug”, so Hämmerle, wolle er nun sein Amt nun in jüngere Hände legen. „In den 16 Jahren als AK—Präsident ist es mir gelungen, alle in der AK—Vollversammlung vertretenen Fraktionen so weit zu einen, dass die Vorarlberger Arbeitnehmerinteressensvertretung bei allen wichtigen
Themen mit einer Stimme aufgetreten ist.“ Interessenspolitik stand bei mir immer klar über der Parteipolitik.“ Herzensangelegenheit des scheidenden Präsidenten war und ist die duale Ausbildung: Sein Rüstzeug in Sachen Lehre holte er sich bei „Lehrlingspapst“ Egon Blum, für den er über Jahre als persönlicher Assistent tätig war.

Bernhard Heinzle
Bernhard Heinzle

Vier Fragen, vier Antworten: Bernhard Heinzle

1. Welchen Führungsstil werden Sie als neuer AK-Präsident an den Tag legen?

Ich pflege stets im Team zu arbeiten, aber am Schluss klare Entscheidungen zu treffen.

2. Welche Rolle spielt in Ihrer künftigen Funktion Parteipolitik?
Parteipolitik wird bei mir nie eine gewichtige Rolle spielen, für mich haben die Interessen der Arbeitnehmer absoluten Vorrang.

3. Welchen Themen werden Sie höchste Priorität einräumen?

Der starken Teuerung, höheren Löhne und dem Facharbeitermangel in einigen Bereichen wie beispielsweise der Pflege.

4. Worin unterscheiden Sie sich von ihrem Vorgänger?

Ich unterscheide mich primär im Alter von Hubert Hämmerle und in der Erfahrung als langjähriger Gewerkschafter.

Zur Person: Bernhard Heinzle

designierter AK-Präsident von Vorarlberg

Geboren: 22. Jänner 1976

Familienstand: zwei Töchter

Wohnort: Feldkirch

Beruf: Werkzeugmacher

Werdegang: Ausbildung zum Werkzeugmacher und Betriebsrat bei König KG in Rankweil, seit 2000 bei der GPA tätig, seit 1999 in AK-Vorarlberg engagiert und seit 2011 AK-Vizepräsident; seit 2015 Fraktionschef Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG.ÖAAB)

Lebensmotto: Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr denke ich zu leben.

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