Russland baut neue Front in Region Cherson auf

Politik / 13.10.2022 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Russlands Angriff auf zivile Ziele in der Ukraine geht weiter, wie hier in der Stadt Mykolajiw im Süden.Reuters
Russlands Angriff auf zivile Ziele in der Ukraine geht weiter, wie hier in der Stadt Mykolajiw im Süden.Reuters

Frankreich wird weiter Waffen an die Ukraine liefern.

Kiew, Moskau Nach ihrem Rückzug in der Region Cherson Anfang Oktober ist Russland nach britischen Angaben in der Ukraine bemüht, den neuen Frontverlauf zu festigen. Indes hat die russische Besatzungsverwaltung von Cherson um Hilfe bei der Evakuierung von Zivilisten angesucht. Bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen in der Nacht kam es erneut zu Schäden und auch Todesopfern. Im russischen Belgorod wurde ein Wohnhaus von Raketenteilen getroffen – Kiew weist die Verantwortung zurück.

Der Frontverlauf westlich der Ortschaft Mylowe in der Region Cherson sei nach dem Rückzug der russischen Truppen Anfang Oktober um etwa 20 Kilometer weiterhin schwer umkämpft, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Der ukrainische Vorstoß habe dazu geführt, dass die Russen nicht mehr vom Schutz des Flusses Inhulez profitierten. Die meisten russischen Einheiten seien zudem unterbesetzt. Aus dem britischen Lagebericht geht auch hervor, dass die russischen Besatzungsbehörden in der südukrainischen Stadt Cherson wohl eine Ausdehnung der Kämpfe auf das Stadtgebiet erwarten würden.

Stromversorgung hergestellt

Nach den russischen Angriffen auf Energieanlagen in der Ukraine in den vergangenen Tagen ist die Stromversorgung im Land nach offiziellen Angaben weitgehend wiederhergestellt. Einige Reparaturarbeiten an der beschädigten Infrastruktur würden allerdings noch fortgesetzt, sagt der Chef des ukrainischen Netzbetreibers Ukrenergo, Wolodymyr Kudryzkji, im staatlichen Fernsehen. Er ruft die Ukrainer dennoch weiterhin zum Energiesparen auf, da weitere russische Angriffe auf Energieanlagen möglich seien.

Die Stromversorgung des von Russland besetzten Kernkraftwerks Saporischschja soll künftig mit von Russland beschafftem Treibstoff sichergestellt werden. Das sagte ein Vertreter des russischen Kernkraftbetreibers Rosenergoatom gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS. Der Chef des ukrainischen Kraftwerkbetreibers Energoatom, Petro Kotin, widersprach dieser Darstellung jedoch umgehend und verwies auf kürzlich aufgefüllte Treibstoffdepots. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Kremlchef Wladimir Putin unterdessen mit beschwichtigenden Worten zum Einlenken im Ukraine-Krieg aufgefordert. „Wir wollen keinen Weltkrieg“, schrieb Macron auf Twitter. „Wir helfen der Ukraine dabei, ihren Boden zu verteidigen, niemals dabei, Russland anzugreifen. Wladimir Putin muss diesen Krieg beenden und die territoriale Integrität der Ukraine respektieren.“

Weitere Waffenlieferungen

Zugleich erläuterte Macron die von ihm am Vorabend angekündigten weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine: „Caesar-Haubitzen zur Durchführung der Gegenoffensive, Radare, Systeme und Raketen zum Schutz vor Luftangriffen, gepanzerte Fahrzeuge und Ausbildung: Wir werden den ukrainischen Widerstand weiterhin unterstützen und unsere militärische Hilfe verstärken.“

„Putin muss diesen Krieg beenden und die Integrität der Ukraine respektieren.“

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