Schmid wollte im Casag-Verfahren Kronzeugenstatus

Politik / 18.10.2022 • 11:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Schmid wollte im Casag-Verfahren Kronzeugenstatus

Der ehemalige ÖBAG-Chef und Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid, hat im vom Ibiza-Video ausgelösten Casag-Verfahren den Kronzeugenstatus angestrebt.

Schmid sei bereits im April mit diesem Wunsch an die Anklagebehörde herangetreten, wie die zuständige Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) am Dienstag mitteilte. Ein formeller Kronzeugenantrag wurde bis dato laut WKStA aber nicht gestellt.

Seit Juni fanden in diesem Zusammenhang bei der WKStA insgesamt 15 ganztägige Vernehmungen statt, bei denen Schmid “umfassend” befragt wurde, betonte die WKStA. Schmids Anwalt Thomas Kralik hatte noch im August Gerüchte dementiert, wonach sein Mandant mit der WKStA kooperiere. Am Dienstag meinte Kralik gegenüber der APA, dass er Schmid nicht mehr vertrete.

Wegen der möglichen “Ermittlungsgefährdung” waren die Vernehmungsprotokolle bisher von der Akteneinsicht ausgenommen, so die WKStA. Diese würden nun zum Akt genommen, wodurch auch die übrigen Verfahrensbeteiligten Einsicht haben.

Die durch die Vernehmungen gewonnenen Informationen würden geprüft und allfällig weitere darauf fokussierte Ermittlungen durchgeführt, so die WKStA. Weitere Details können zum “gegenwärtigen Zeitpunkt” aufgrund des Vorliegens einer Verschlusssache und der laufenden Ermittlungen nicht gegeben werden.

Im Casag-Verfahren sind alle Ermittlungsstränge zusammengefasst, die sich aus dem Ibiza-Video ergeben haben. Darunter etwa die Casinos-Ermittlungen oder auch die Ermittlungen zum sogenannten “Beinschab-Tool” bzw. der Inseratenaffäre. Die WKStA führt in diesem Zusammenhang gegen rund 45 Beschuldigte (natürliche Personen und Verbände) Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue, der falschen Beweisaussage, des Missbrauchs der Amtsgewalt, der Bestechlichkeit, der Bestechung und der Verletzung des Amtsgeheimnisses in unterschiedlichen Beteiligungsformen.

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