Tote bei Explosion in Polen

Politik / 15.11.2022 • 22:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Feuerwehrleute löschen nach einem russischen Angriff auf ein Wohnhaus in Kiew einen Brand. Reuters
Feuerwehrleute löschen nach einem russischen Angriff auf ein Wohnhaus in Kiew einen Brand. Reuters

Berichte über russischen Raketeneinschlag. Moskau dementiert Attacken.

warschau, kiew In einem polnischen Ort nahe der Grenze zur Ukraine sind bei einer Explosion in einem landwirtschaftlichen Betrieb zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache für die Explosion in dem Ort Przewodow sei noch ungeklärt, sagte ein Sprecher der Feuerwehr in Hrubieszow der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Zuvor hatte die Regierung in Warschau nach unbestätigten Berichten über einen angeblichen Raketeneinschlag im Grenzgebiet zur Ukraine eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates einberufen. Zudem wurde am Abend kurzfristig eine außerplanmäßige Kabinettssitzung einberufen, teilte das Informationszentrum der Regierung mit.

Offizielle Angaben zur Ursache der Dringlichkeitssitzungen wurden zunächst nicht gemacht. Berichte legten allerdings einen Zusammenhang mit dem massiven russischen Raketenbeschuss am Dienstag auf das Nachbarland Ukraine nahe. Polen, ein Nachbarland der Ukraine, ist Mitglied der EU und des westlichen Verteidigungsbündnisses NATO. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki berief den Sicherheitsrat zu einer außerordentlichen Sitzung ein, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete. Regierungssprecher Piotr Müller warnte allerdings davor, ungeprüfte Informationen zu verbreiten. Alle Informationen aus dem Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung der polnischen Regierung sollten später auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, kündigte er laut PAP an. Der private polnische Radiosender Zet hatte berichtet, zwei verirrte Raketen seien in dem polnischen Dorf Przewodow nahe der Grenze eingeschlagen.

Massive Angriffe auf Ukraine

Die russische Armee hatte am Dienstag nach Kiewer Angaben die Ukraine mit über 90 Raketen und Marschflugkörpern beschossen. Auch die westukrainische Stadt Lwiw war nach Behördenangaben am Dienstag Ziel russischer Angriffe gewesen. Bürgermeister Andrij Sadowij sprach von Schäden am Energiesystem.

Das Verteidigungsministerium in Moskau wies die Berichte über den angeblichen Einschlag in Polen als „gezielte Provokation“ zurück. Es seien keine Ziele im ukrainisch-polnischen Grenzgebiet beschossen worden, teilte das Ministerium mit. Auch die in polnischen Medien verbreiteten Fotos angeblicher Trümmerteile hätten nichts mit russischen Waffensystemen zu tun. Sollte sich bewahrheiten, dass die Explosion von Raketen ausgelöst wurde, wäre das der erste derartige Vorfall in dem seit fast neun Monaten dauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Ein Vertreter der NATO erklärte in Brüssel, die Berichte würden geprüft. Es gebe eine enge Abstimmung mit dem Verbündeten Polen. Die Presseberichte seien dem Pentagon bekannt, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums am Dienstag in Washington. Zum jetzigen Zeitpunkt habe es aber keine Informationen, die diese Berichte bestätigen könnten. 

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