Asyl in Vorarlberg: Quartiersuche nicht einzige Herausforderung

Politik / 23.11.2022 • 14:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Asyl in Vorarlberg: Quartiersuche nicht einzige Herausforderung
Die Caritas sieht die Notwendigkeit von Großquartieren als erste Anlaufstation. APA, VN

Die Caritas betreut das Gros der Personen in Grundversorgung in Vorarlberg. Auch sie sagt, ohne Großquartiere wird es schwierig.

Feldkirch Das Großquartier Schwarzach ist abgesagt, kaum dass es bekannt wurde. Gegenwind gab es sowohl vom Grundeigentümer, auch die Gemeinde war über die Schaffung eines Großquartiers nicht begeistert. “Uns ist eine Umsetzung im breiten Miteinander zwischen Eigentümer, Gemeinde und Bevölkerung wichtig”, erklärt Landesrat Christian Gantner zum Ende der Pläne. Es wird jedoch weitere Hallen brauchen, betont er zuvor in Vorarlberg LIVE. Vorarlberg müsse derzeit etwa 900 Personen mehr aufnehmen, um die Quote zu erfüllen.

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Dass es diese zumindest als Überbrückungslösung und erstes Auffangbecken braucht, ist man sich auch bei der Caritas bewusst. Die Sozialorganisation der Diözese Feldkirch übernimmt über weite Teile die Flüchtlingsbetreuung im Land. “Irgendwann müssen alle geflüchteten Menschen in Wohnungen oder Unterkünften mit besseren Wohnbedingungen übernommen werden”, betont Fachbereichsleiter Bernd Klisch. Mit der Schaffung von Hallen gewinne man zumindest Zeit, um solche langfristigeren Formen des Wohnens zu schaffen.

Bedarf an allen Enden

Doch auch hier stößt die Caritas auf vielfältige Herausforderungen. Sowohl leerstehende und verfügbare Wohnungen wie auch geeignetes Betreuungspersonal sind Mangelware. “Wir haben Wochen erlebt, in denen es an schnell verfügbaren Unterkünften fehlte und dann wieder Wochen, in denen wir in manchen Regionen und Bereichen Mitarbeiter nicht rechtzeitig einstellen konnten”, räumt Klisch ein. Und der Bedarf steigt mit jeder Woche. Derzeit plant das Land 40 Übernahmen pro Woche aus der Bundesbetreuung nach Vorarlberg zu holen.

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Und die Wohnungen, die der Caritas zur Verfügung gestellt werden, müssen oft noch adaptiert werden, bevor sie bezogen werden. “Bei den Unterkünften kommt hinzu, dass bei sehr vielen gemeldeten Wohnungen ein Sanierungsbedarf besteht und es äußerst schwierig ist, Handwerker zu bekommen”, sieht Klisch hier ebenfalls eine Ursache für Verzögerungen.

Bernd Klisch benötigt Wohnungen, Personal und Handwerkerstunden.<span class="copyright"> VN/STeurer</span>
Bernd Klisch benötigt Wohnungen, Personal und Handwerkerstunden. VN/STeurer

Großquartiere würden hier für die notwendigen Puffer sorgen, im Flüchtlingsjahr 2015 gab es acht Quartiere in Vorarlberg mit 100 oder mehr Betten. Derzeit sind es drei, aufgrund des Angriffskriegs gegen die Ukraine sind 2022 aber mehr Personen in Grundversorgung als vor sieben Jahren.

Heuer wurden bislang drei Großquartiere in Vorarlberg geschaffen, was jedoch nicht ausreichen dürfte. Gleichzeitig bemüht sich das Land um eine gleichmäßige Verteilung der Asylsuchenden und Kriegsvertriebenen auf die 96 Gemeinden des Landes ohne eine Konzentration der Großquartiere auf einzelne Gemeinden.

“Aus dem Jahr 2015 haben wir gelernt, dass die aktuellen Herausforderungen am besten durch einen Schulterschluss aller Beteiligten – also Land, Gemeinden, Hilfsorganisationen und Freiwillige – zu bewältigen sind”, erklärt auch der Fachbereichsleiter. Es würde auch helfen, wenn Vorarlberg die Aufnahme von Flüchtlingen auch als Chance begreifen würde.

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