Ukraine beklagt Tote bei Raketenangriffen

Politik / 23.11.2022 • 22:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach einem russischen Raketenangriff im Stadtzentrum Kiews suchen Retter verzweifelt nach Überlebenden.REUTERS
Nach einem russischen Raketenangriff im Stadtzentrum Kiews suchen Retter verzweifelt nach Überlebenden.REUTERS

Bei neuen russischen Raketenangriffen auf Kiew und weitere Gebiete sind mehrere Menschen getötet worden.

Kiew, Berlin Der neuerliche russische Beschuss habe wieder ein Objekt der kritischen Infrastruktur beschädigt, schrieb Kiews Bürgermeister Klitschko im Nachrichtendienst Telegram. Kurzzeitig fiel das Antennenfernsehen aus und es gab stärkere Schwankungen im ohnehin angeschlagenen Stromnetz. In der gesamten Metropole mit ihren drei Millionen Einwohnern war zudem die Wasserversorgung unterbrochen.

Nach Angaben der Militärverwaltung wurden in Kiew drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt. Im ganzen Land wurde Luftalarm ausgelöst. Über Explosionen – teils auch durch die Flugabwehr – wurde auch aus den Gebieten Odessa, Mykolajiw, Poltawa und Dnipropetrowsk berichtet. Die westukrainische Stadt Lwiw war nach Angaben von Bürgermeister Andrij Sadowyj nach Angriffen zunächst komplett ohne Strom.

Entbindungsstation getroffen

Bereits in der Nacht war bei russischen Raketenangriffen in Wilnjansk in der Region Saporischschja nach ukrainischen Angaben die Entbindungsstation eines Krankenhauses getroffen worden. „Schmerz überflutet unsere Herzen – ein Säugling, der gerade erst auf die Welt gekommen ist, wurde getötet“, schrieb der Militärgouverneur von Saporischschja, Olexandr Staruch, auf Telegram.

Raketeneinschläge meldete die Ukraine auch aus der Region Donezk, wo ein Mensch getötet und acht weitere veletzt worden sein sollen. Die Angaben der Kriegsparteien sind grundsätzlich kaum rasch und unabhängig zu verifizieren. Die Vereinten Nationen haben seit Kriegsbeginn mehr als 6500 zivile Todesopfer registriert, darunter mehr als 400 Kinder. Die UN gehen aber von höheren Zahlen aus.

„Russland feiert seine Einstufung als Terrorstaat mit neuem Raketenterror gegen die ukrainische Hauptstadt und andere Städte“, schrieb der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter. Das EU-Parlament hatte Russland kurz zuvor als staatlichen Unterstützer von Terrorismus verurteilt. Die verabschiedete Resolution fordert eine noch drastischere Beschränkung der diplomatischen Kontakte zu Russland und weitere Strafmaßnahmen wie ein Embargo gegen russische Diamanten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte den Beschluss. Rechtlich bindend ist dies aber nicht.

Bodenkämpfe wurden wie in den Tagen zuvor vor allem aus dem Donbass im Osten der Ukraine gemeldet. Aus der Stadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim gab es am Dienstagabend Berichte über einen Angriff ukrainischer Drohnen. Stadtchef Michail Raswoschajew teilte mit, zwei Drohnen seien abgeschossen worden. Sie hätten ein Strom- und Heizkraftwerk im Stadtteil Balaklawa angreifen sollen.

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