Von S18 bis Budget: Die Positionen der Kandidaten in Höchst

Politik / 25.11.2022 • 13:45 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Im ersten Wahlgang fiel das Ergebnis zwischen den Kandidaten knapp aus. Am Sonntag kommt es zur Stichwahl. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Im ersten Wahlgang fiel das Ergebnis zwischen den Kandidaten knapp aus. Am Sonntag kommt es zur Stichwahl. VN/Paulitsch

Diese Pläne haben Heidi Schuster-Burda und Stefan Übelhör.

Höchst Am Sonntag kommt es zum Showdown in Höchst. Dann findet die Stichwahl zwischen der ÖVP-Kandidatin und Vizebürgermeisterin Heidi Schuster-Burda und Stefan Übelhör von Höchste Zeit/Die Grünen statt. Es verspricht, spannend zu werden: Im ersten Wahlgang lag Schuster-Burda nur knapp vorne.

Wichtige Themen für Höchst

Im Vorfeld haben die beiden Kandidaten den VN ihre Positionen zu wichtigen Themen in der Bodenseegemeinde. „Ich bin guter Dinge, dass es nach der Wahl politisch wieder ruhiger wird und die Sachpolitik für die Höchster Bevölkerung wieder im Fokus aller steht“, sagt Schuster-Burda, interimistische Nachfolgerin des zurückgetretenen früheren Bürgermeisters Herbert Sparr (ÖVP). Ihr Herausforderer Übelhör unterstreicht: „Bei vielen Themen sind wir alle nicht so weit auseinander, da wir alle ein Anliegen für unsere Gemeinde haben.“

Wie wollen Sie das Zentrum in Höchst beleben?

Heidi Schuster-Burda. Die Vorbereitungen für den Umbau bei der „Alten Schule“ laufen auf Hochtouren, berichtet Schuster-Burda. „Ab Sommer 2023 soll mit einem neuen Pächter das Ortszentrum bzw. der Kirchplatz neu belebt werden“, inklusive Außengestaltung des Gastgartens am Kirchplatz. Was mit dem „Alten Pfarrheim“ geschieht, will die ÖVP-Kandidatin gemeinsam mit der Bevölkerung überlegen. „Es soll ein Ort für unterschiedliche Begegnungen und Aktivitäten werden.“ Das größte Projekt sei der Bau des Gesundheitszentrums mit einer neuen Tiefgarage, Wohnungen und einer Bäckerei. Neben praktischen Ärzten und Zahnärzten soll es auch die neue Heimat der Polizeiinspektion Höchst werden.

Stefan Übelhör. „Es gilt unser Dorfzentrum zu neuem Leben zu erwecken“, sagt Übelhör. Für das Alte Pfarrheim lägen Konzepte vor, die diskutiert würden. „Wir brauchen diesen Raum als Treffpunkt für alle Generationen.“ In Zusammenhang damit stehe auch die Neuverpachtung der Alten Schule, „sodass wir baldmöglichst wieder ein Dorf-Gasthaus im Zentrum haben“. Das Gesundheitszentrum inklusive Polizeiwache müsse ebenso schnell vorangetrieben werden. Übelhör erinnert an die Arbeitsgruppe zur Zentrumsentwicklung. Mit dieser wolle er zu Beginn des Jahres auf Klausur, um die schnellstmögliche Umsetzung zu diskutieren. Außerdem kündigt er an, die Bürger in den Prozess einbinden zu wollen.

Braucht es die S18 zur Verkehrsberuhigung?

Heidi Schuster-Burda. „Es muss uns mit verschiedenen Maßnahmen gelingen, dass Menschen auf den motorisierten Individualverkehr verzichten“, erklärt Schuster-Burda. So soll etwa der Ausbau des Radwegnetzes vorangetrieben werden, 680.000 Euro seien zu diesem Zweck für die kommenden Jahre budgetiert. „Sollte die S18 tatsächlich gebaut werden, kommt für uns nur unter dem Rhein eine Unterflurlösung in Frage.“ Wie der Anschluss aussehen soll, entscheide die Gemeinde dann gemeinsam mit den Bürgern.

Schuster-Burda: „Das Angebot für die Kinderbetreuung in Höchst ist bereits auf sehr hohem Niveau.“ <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Schuster-Burda: „Das Angebot für die Kinderbetreuung in Höchst ist bereits auf sehr hohem Niveau.“ VN/Paulitsch

Stefan Übelhör. Übelhör erwartet das Evaluierungsergebnis zur S18 mit Spannung. Er kündigt an, Informationen bei Land und Asfinag einzuholen und auf Basis dessen mit den zuständigen Gemeindegremien eine Position der Gemeinde zu erarbeiten. „Unabhängig davon braucht Höchst aber jetzt eine Verkehrsentlastung und nicht erst in 15 oder 20 Jahren.“ Der Öffi-Ausbau gehöre vorangetrieben, ebenso brauche es mehr sichere Fuß- und Radverbindungen. Neben den Arbeitgebern vor Ort möchte Übelhör die Bevölkerung um Verbesserungsvorschläge bitten.

Wie wird sich das Kinderbetreuungsangebot weiterentwickeln?

Heidi Schuster-Burda. „Das Angebot für die Kinderbetreuung in Höchst ist bereits auf sehr hohem Niveau“, betont Schuster-Burda. Um dieses zu optimieren, sei eine Arbeitsgruppe für ein kinder- und familienfreundliches Höchst eingesetzt worden. Ziel sei es auch, die Zusammenarbeit aller gemeindeeigenen und privaten Angebote zu intensivieren.

Stefan Übelhör. Der Grüne Bürgermeisterkandidat will die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der Kinder- und Familienfreundlichkeit abwarten und zu Beginn des kommenden Jahres weitere Schritte planen und umsetzen. „Selbstverständlich werde ich auch mit Gerhard Blum als Eigentümer und Ideengeber des KinderCampus das Gespräch suchen.“

Wie wollen Sie die Transparenz erhöhen?

Heidi Schuster-Burda. „Viele Informationen werden jetzt schon in der ‚Gemeindeinfo‘ veröffentlicht“, erklärt die ÖVP-Kandidatin. Auch sei vieles auf der Gemeindehomepage und Gem2go zu finden. „Darüber hinaus werde ich als Bürgermeisterin regelmäßige Sprechstunden einführen.“ Ein Livestream der Gemeindesitzung sei denkbar. „Darüber sollte die Gemeindevertretung befinden.“ Eine Bürgerbeteiligung in Ausschüssen sei gemäß Gemeindegesetz nicht möglich. „Wir freuen uns über aktive Teilnahme in Arbeitsgruppen oder Workshops zu verschiedenen Themen.“

Stefan Übelhör. Transparenz ist für Übelhör zentral. Ein Livestream der Gemeindevertretungssitzungen sei für ihn denkbar, ebenso eine Öffnung der Ausschüsse für die Bürgerinnen und Bürger. „Aber gerade bei diesem Thema wird es keinen Alleingang von mir geben.“ Die Maßnahmen müssten von der Mehrheit getragen werden. Er kündigt zudem Sprechstunden und Diskussionsformate zu wichtigen Themen an.

Übelhör kündigte Sprechstunden und Diskussionsformate an. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Übelhör kündigte Sprechstunden und Diskussionsformate an. VN/Paulitsch

Wie steht es um das Gemeindebudget?

Heidi Schuster-Burda. „Die Herausforderungen und Aufgaben der Gemeinde werden immer umfassender und kostenintensiver“, hält Schuster-Burda fest. Das Budget werde derzeit besprochen und ob es zu einer Gebührenerhöhung komme, im Dezember behandelt.

Stefan Übelhör. Höchst zählt zu den finanzstarken Gemeinden, der bisherige Finanzreferent Bernhard Hirt und die Finanzverwaltung hätten gute Arbeit geleistet, sagt Übelhör. „Zu meinen ersten wichtigen Amtshandlungen zählt aber selbstverständlich ein Kassasturz mit den Finanzverantwortlichen“, erklärt der Grüne Kandidat. Dann könne er umfassender informieren. „Nach meinem derzeitigen Informationsstand als Oppositionspolitiker müssen wir keine laufenden oder geplanten Projekte aufschieben oder stoppen.“ Ob Gebühren erhöht werden, sei anhand der Budgetzahlen noch zu diskutieren.

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