Briefbombenserie erschüttert Spanien

Politik / 01.12.2022 • 22:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Polizeibeamte stehen außerhalb des Verteidigungsministeriums in der Hauptstadt Madrid. Eine Briefbombe soll an die Ministerin addressiert gewesen sein. Reuters
Polizeibeamte stehen außerhalb des Verteidigungsministeriums in der Hauptstadt Madrid. Eine Briefbombe soll an die Ministerin addressiert gewesen sein. Reuters

Zusammenhang mit Ukraine-Krieg möglich.

madrid Eine Briefbombenserie, die möglicherweise mit dem Konflikt in der Ukraine in Zusammenhang steht, hat Spanien in Alarm versetzt. Insgesamt sechs Sendungen mit Sprengstoff wurden bisher in den vergangenen Tagen unter anderem an die Botschaften der Ukraine und der USA in Madrid sowie an Ministerpräsident Pedro Sánchez geschickt, wie das Innenministerium und die Nationalpolizei am Donnerstag mitteilten. Bei Öffnung der Briefbombe in der Botschaft der Ukraine wurde ein Mitarbeiter leicht verletzt. Vorerst jüngster Adressat war am Donnerstag die US-Botschaft. Dort sei eine verdächtige Sendung kontrolliert zur Explosion gebracht worden, hieß es.

Erste Bombe an Sánchez

Die erste Briefbombe dieser Serie wurde den bisherigen Erkenntnissen zufolge bereits am 24. November an Sánchez geschickt. Diese Sendung sei unschädlich gemacht worden. Nach der Explosion in der Botschaft der Ukraine ging zunächst bei dem Waffenproduzenten Instalaza in Saragossa eine Briefbombe ein, die von der Spezialeinheit der Polizei unschädlich gemacht wurde, wie der Staatssekretär für Sicherheit, Rafael Pérez, in Madrid mitteilte. Das Unternehmen produziert Kriegswaffen, die Spanien an die Ukraine geliefert hat. Eine weitere verdächtige Sendung wurde nach den amtlichen Angaben am Donnerstagmorgen in der Luftwaffenbasis Torrejón bei Madrid abgefangen. Von Torrejón aus starten auch Militärmaschinen mit Nachschub für die Ukraine. Dieses Paket sei nicht zerstört worden und werde von der Polizei untersucht. Ebenfalls am Donnerstag sei eine weitere Briefbombe beim Verteidigungsministerium eingegangen, die an Ministerin Margarita Robles adressiert gewesen sei, sagte Pérez. Auch diese Sendung sei neutralisiert worden. Die Behörden schlossen Medienberichten zufolge nicht aus, dass alle fünf Sendungen mit der Unterstützung Spaniens für die Ukraine im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg im Zusammenhang stehen könnten. Die Ermittlungen gehen von terroristischen Anschlägen aus.

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