Österreichs Kriminaldienst wird reformiert

Politik / 02.12.2022 • 11:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Innenminister Gerhard Karner. <span class="copyright">APA/HELMUT FOHRINGER</span>
Innenminister Gerhard Karner. APA/HELMUT FOHRINGER

Karner kündigte regionale Schwerpunktdienststellen und OK-Einheiten in den Landeskriminalämtern an.

Wien Die “größte Reform des Kriminaldienstes seit 20 Jahren” hat die Spitze von Polizei und BMI am Freitag vorgestellt. Neuerungen auf mehreren Ebenen sollen “noch mehr Schlagkraft in den Regionen” vor allem auch gegen Cyberkriminelle bringen, den Kampf gegen organisierte Kriminalität speziell bei Schlepperei, Drogen- und Waffenhandel voranbringen sowie das Rüstzeug der 38.000 Polizistinnen und Polizisten in Aus- und Fortbildung verbessern, so Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).

Der Ressortchef stellte drei “wesentliche Säulen” der Reform vor. Zum einen soll die kriminalpolizeiliche Arbeit in den Regionen eine Stärkung erfahren. Ein Schwerpunkt sei die Tatortarbeit mit der Spurensicherung, ein weiterer die Cyberermittlungen. Die zunehmende Bedrohung aus der virtuellen Welt mache “eine Art Cyber Cobra” oder “eine Bestreifung des Internets” nötig, so Karner. Und auch die Präventionsarbeit generell soll vorangetrieben werden. Konkret sollen regionale Schwerpunktdienststellen an den schon bisher bestehenden Polizeidienststellen eingerichtet werden, um “das Herzstück”, die 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Inspektionen, “bestmöglich in ihrer Arbeit zu unterstützen”.

Das zweite vorgestellte Vorhaben betrifft die Einsetzung von OK-Einheiten in den Landeskriminalämtern zur Weiterentwicklung der Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Heuer seien schon mehr als 620 Schlepper festgenommen worden, berichtete Karner. Drittens sollen Aus- und Fortbildung bei der Polizei nicht zuletzt im Hinblick auf Cyberkompetenzen reformiert werden.

Kaum eine andere Organisation habe in wenigen Jahrzehnten “so viele weil auch notwendige und auch so umfassende Organisationsreformen durchgeführt”, betonte der Ressortchef. Er erinnerte an die Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie vor knapp 20 Jahren, die Verschmelzung von Sicherheitsdirektionen und Landespolizeikommanden vor zehn Jahren sowie in jüngster Zeit die Etablierung der Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst und die Reform der Zentralstelle. Die heute skizzierten Vorhaben seien “ein weiterer Meilenstein in der Weiterentwicklung der kriminalpolizeilichen Arbeit von der Zentralstelle bis hin zu den einzelnen Dienststellen vom Neusiedler bis zum Bodensee”. Reformiert werde “nicht aus Jux und Tollerei”, sondern weil sich die Voraussetzungen für die Polizei durch geänderte Taktiken der Kriminellen ebenfalls änderten.

Als jene Bereiche, wo es gelte, besonders konsequent dagegenzuhalten, verwies Karner auf illegale Migration und Schleppermafia, Cybercrime mit einem Plus von fast 30 Prozent im vergangenen Jahr sowie “Extremismus in jedweder Form”. Noch ausständig ist die Reform der Landesämter für Verfassungsschutz, sie soll 2023 präsentiert und umgesetzt werden.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.