Land gibt Einblick in das neue Wohnpaket

Politik / 06.12.2022 • 12:23 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Land gibt Einblick in das neue Wohnpaket
Landeshauptmann Markus Wallner stellt das vor zwei Wochen angekündigte Wohnpaket vor. Land Vorarlberg, VN/Steurer

Die Förderungen werden vereinfacht, neu ist das Eigenmittelersatzdarlehen. Im sozialen Wohnbau wird es höher und dichter werden müssen.

Bregenz Vor zwei Wochen wurde das neue Wohnbaupaket von der Volkspartei angekündigt, diesen Dienstag wurde es offiziell von der schwarz-grünen Landesregierung beschlossen.

Einfachere Förderungen für privaten Wohnbau

Die neuen Förderrichtlinien gelten rein für das Jahr 2023, statt wie bislang für zwei Jahre. Eine Fragestellung sei der Regierung und auch Landeshauptmann Markus Wallner besonders wichtig gewesen: “Das wir etwas unternehmen im Land Vorarlberg, dass die Schaffung des ersten Eigentums für eine junge Familie wieder leichter geht.” Es ging auch an der Landesregierung vorbei, dass die Kosten für die Schaffung von Wohnraum in den vergangenen Jahren massiv angestiegen sind. Das neue Wohnpaket soll die Schaffung von Wohneigentum wieder erleichtern.

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Entsprechend gibt es neue Richtlinien für die Wohnbauförderung, Sanierung, Wohnbeihilfe und zur Gewährung von Eigenmittelersatzdarlehen. Die Wohnbauförderung sei gerade für den Neubau vereinfacht worden, betont Wallner. “Wir wollen weiterhin den Eigentumserwerb unterstützen”, betont er die Zielsetzung der Reform. Berücksichtigt wird weiterhin die Nachverdichtung. Auch die Einkommensgrenzen wurden angehoben. “Und bei den Zinsbedingungen, die am Markt herrschen, bieten wir auch sehr attraktive Konditionen an”, ist Wallner überzeugt. So ist der Einstiegszinsssatz für die Wohnbauförderung bei 0,25 Prozent oder über die gesamte Laufzeit ein Fixzins von 1,25 Prozent auf 35 Jahre.

Rechenbeispiel 1

Wer Familie mit zwei Erwachsenen, monatliches Haushaltseinkommen 4760 Euro.
Was 78 Quadratmeter große Wohnung

Förderung Basisförderung von 60.000 Euro als Darlehen. Mit Zuschlägen (Erstschaffung von Wohnraum, regionale Baustoffe) sind bis zu 125.000 Euro möglich.

So wird es künftig für die Schaffung einer Eigentumswohnung eine Pauschalförderung von 60.000 Euro geben, statt nach den Quadratmetern gestaffelt, betont Wohnbaulandesrat Marco Tittler. “Die zweite Stoßrichtung wird sich natürlich mit den energetischen und ökologischen Themen beschäftigen”, ergänzt er. Hier werden Bonusstufen eingeführt, Zuschläge gibt es auch nach sozialen Gesichtspunkten. Auch Regionalität, gerade bei den Baustoffen, wurden in einem Bonussystem berücksichtigt. Insgesamt gibt es somit künftig acht statt 23 Zuschläge.

Neues Eigenmittelersatzdarlehen

Ein weiteres Thema, das viele beschäftige, sei die Frage der Eigenkapitalquote zur Finanzierung von Wohneigentum. Um die Quote von 20 Prozent in greifbarerer Nähe zu bringen, will das Land künftig ebenfalls helfen. Eine entsprechende Richtlinie wurde am Dienstag beschlossen: “Da geht es uns darum, dass wir eine Eigenmittelersatzdarlehen in Höhe von 25.000 Euro – vor zwei Wochen waren wir noch bei 20.000 Euro – mit einer Laufzeit von 20 Jahren unter gewissen Bedingungen gewähren”, erklärt Wallner. Diese könne als Eigenmittelersatz angerechnet werden, der Einstiegszinssatz liege bei null Prozent, ohne Eintrag ins Grundbuch.

REchenbeispiel 2

Wer Familie mit zwei Kindern, monatliches Haushaltseinkommen von 4760 Euro.

Was Reihenhaus, 130 Quadratmeter Wohnfläche

Förderung Basisförderung etwa 50.000 Euro. Mit Zuschlägen bis zu 135.000 Euro möglich, auch aufgrund der Kinder.

Für den Bereich Wohnen stehen dem Land im kommenden Jahr 2023 insgesamt 155 Millionen Euro zur Verfügung. Das umfasst alle Darlehen, Förderungen und Zuschüsse. Die Wohnbeihilfe werde beispielsweise dauerhaft um zehn Millionen anwachsen, um der Inflation der vergangenen Monate etwas entgegenhalten zu können. “Zum einen werden die Betriebskosten erhöht, um dem Rechnung zu tragen”, erklärt Tittler. “Zum anderen wird der anrechenbare Wohnungsaufwand adaptiert.” Die Anpassung reagiert auf die Zahlungen an Mindestpensionisten, die ansonsten um die Wohnbeihilfe hätten umfallen können.

Kostenobergrenze im sozialen Wohnbau

Im öffentlichen Wohnbau wird es weiterhin eine Kostenobergrenze geben, gleichzeitig will Tittler den sozialen Wohnbau forcieren. “Wobei es uns ein Anliegen ist, die Obergrenzen einzuhalten, da nur dadurch entsprechend günstiger Wohnraum geschaffen werden kann”, betont der Wohnbaulandesrat.

Land gibt Einblick in das neue Wohnpaket
Sozialer Wohnbau wird in Vorarlberg künftig kompakter und effizienter sein müssen, um die Kosten decken zu können, warnt Tittler. Kleine Wohneinheiten mit sieben Wohnungen und Satteldach werden daher künftig zur Ausnahme. VN/RAUch

Die aktuelle Finanzierungssituation sei für die Wohnbauträger natürlich eine Herausforderung, räumt Tittler ein. Es werde darum gehen, hier mit den Gemeinden eine Lösung zu finden, wenn man entsprechende Bauvorhaben plant. Sozialer Wohnbau mit sieben Wohnungen, Lift, Tiefgarage und Satteldach werde sich nicht spielen, gibt Tittler zu. Es werde eine kompaktere Bauweise mit höheren Baunutzungszahlen brauchen, sprich mehr Stockwerke. Wie dies erreicht werden kann, ist aber eine Frage der Bauherren und Bedingungen vor Ort. Etwa ein Carport statt einer Tiefgarage.

Durch das neue Wohnpaket erwartet sich die Landesregierung eine Attraktivierung der Wohnbauförderung. “Wir werden das Raumplanungsgesetz in den nächsten Wochen noch entsprechend bearbeiten und als nächsten Schritt diesem Wohnpaket hinzufügen”, schließt Tittler.

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