Nenzing: Warum Kessler weiter die Gemüter bewegt

Politik / 06.12.2022 • 05:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nenzing: Warum Kessler weiter die Gemüter bewegt
Kessler bewegt’s im Galinawald in Nenzing bleibt auf Expansionskurs, das Land betrachtet den Kurs als unterstützenswert. VN

Unternehmen im Galinawald in Nenzing versetzt mit großem Ausbauprojekt Marktgemeinde in den Beobachterstatus. Land begrüßt Expansion.

Nenzing, Bregenz Pläne dafür werden bereits seit Jahren gewälzt. Die für einen Antrag auf Umwidmung der Fläche zuständige Marktgemeinde Nenzing stand allerdings bislang auf der Bremse. Jetzt hat der Unternehmer Christian Kessler (Kessler bewegt’s) einen anderen Weg gefunden, um seinen Expanionskurs auf Schiene halten zu können: Kessler will das Verfahren nämlich über das Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) abwickeln. Damit werde die Marktgemeinde Nenzing “in den Beobachterstatus” versetzt, bestätigt Gemeindeoberhaupt Florian Kasseroler (FP) im Gespräch mit den VN. Die Nenzinger Grünen schlagen vor diesem Hintergrund Alarm, aus ihrer Sicht hat Kessler die Gemeinde “de facto ausgehebelt”, erklärt Benedikt Drexel von Nenzinger Grünen. Er befürchtet “deutlich mehr Verkehr und eine Belastung des Naherholungsgebietes”.

"Das Land unterstützt die Betriebserweiterung von Kessler als ein Vorzeigeprojekt im Sinne der Kreislaufwirtschaft und Energiezukunft", erklärt Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (VP). <span class="copyright">VN</span>
"Das Land unterstützt die Betriebserweiterung von Kessler als ein Vorzeigeprojekt im Sinne der Kreislaufwirtschaft und Energiezukunft", erklärt Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (VP). VN

Agrar als Zünglein an der Waage?

Nach der Sitzung des Raumplanungsbeirates, der das Projekt Thema sein wird, ist laut Drexel die Agrargemeinschaft Nenzing am Zug: “Bei positiver Begutachtung wird der Ball an die Agrar als Flächenverpächter weitergespielt, diese hat das letzte Wort.” Das Land unterstützt die Pläne Kesslers “als Vorzeigeprojekt im Sinne von Kreislaufwirtschaft und Energiezukunft”, sagt LR Marco Tittler (VP) im VN-Gespräch. Darüber hinaus ermögliche das Land durch Begradigung der Landesstraße mit dem Abrücken von der derzeitigen Trasse und den so gewonnenen Raum die Umsetzung einer Anschlussbahn ans Hauptgleis der ÖBB. Tittler. “In Zukunft sollen Anlieferung und Abtransport per Bahn möglich sein, wodurch eine Vielzahl an Lkw-Fahrten durch die Ortsgebiete eingespart werden können.” Darüber hinaus müsse das Projekt im Zusammenhang mit dem geplanten Reststoffkraftwerk der  Firma Rondo in Frastanz betrachtet werden: “Auch hierfür soll die Anlieferung des Materials per Anschlussbahn und Elektro-Lkw erfolgen.” Das Verfahren Kesslers erfolge über das Abfallwirtschaftsgesetz, “eine Bundesmaterie, deren Zuständigkeit bei Klimaschutz-Ministerin Leonore Gewessler liegt”, spielt Tittler den Ball Klimaschutzmnisterin Leonore Gewessler (Grüne) zu, einer Parteifreundin Drexels.

Der Nenzinger Grüne Benedikt Dressel beäugt den Expansionskurs von Kessler kritisch und befürchtet neben einer Verkehrslawine auch eine Belastung des Naherholungsgebietes. <span class="copyright">VN</span>
Der Nenzinger Grüne Benedikt Dressel beäugt den Expansionskurs von Kessler kritisch und befürchtet neben einer Verkehrslawine auch eine Belastung des Naherholungsgebietes. VN

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