Weitere Rückschläge für Russland

Politik / 06.12.2022 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein ukrainischer Feuerwehrmann löschte am Montag ein Gebäude in Donezk, das von Granaten getroffen wurden.Reuters
Ein ukrainischer Feuerwehrmann löschte am Montag ein Gebäude in Donezk, das von Granaten getroffen wurden.Reuters

Die Ukraine attackierte zu Wochenbeginn wichtige russische Militärflughäfen.

Kiew, Moskau Im Ukraine-Krieg sind erneut Ziele in Russland von Drohnen attackiert worden. Auf einem militärisch genutzten Flugplatz brach ein Feuer aus. Aus Sicht des britischen Geheimdienstes bedeuten die jüngsten derartigen Angriffe einen erheblichen Rückschlag für Moskau. Unterdessen hat Russland die schweren Raketenangriffe auf zivile Objekte in der Ukraine als militärisch notwendig gerechtfertigt. 

Stichflamme auf Flugplatz

Videos aus der russischen Industriestadt Kursk zeigten eine große Stichflamme im Bereich des Flughafens. Medienberichten zufolge geriet ein Ölreservoir in Brand. Der Flughafen wird seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen das Nachbarland Ende Februar ausschließlich für militärische Zwecke genutzt. Zudem berichtete das Internetportal Baza über eine Drohnenattacke auf das Kombinat „Slawa“, einen Großbetrieb im Gebiet Brjansk, etwa 80 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Die Tätigkeit des Kombinats hat Moskau zum Staatsgeheimnis erklärt, weil es Verbindungen zur nationalen Sicherheit habe. Ziel waren Berichten zufolge offenbar ebenfalls Treibstoffreservoirs. Angeblich waren sie aber leer. Schon am Montag waren zwei Militärflugplätze in Russland mit Drohnen angegriffen worden.

Am Ehrentag der ukrainischen Streitkräfte ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in die Nähe der Front gereist. „Wir sind stolz auf die Streitkräfte der Ukraine“, sagte der 44-Jährige in einer Videobotschaft. Der Staatschef stand dabei am Ortseingang der Stadt Slowjansk, rund 35 Kilometer von der Front entfernt. Die Leistungsfähigkeit der ukrainischen Truppen habe sich bei der jüngsten Angriffswelle der Russen mit 70 Marschflugkörpern gezeigt – 60 konnten laut Kiew abgeschossen werden. Angesichts des russischen Verhaltens in Vergangenheit und Gegenwart formulierte Selenskyj umfangreiche Bedingungen für einen stabilen Frieden: „Nur die Zerschlagung russischer terroristischer Fähigkeiten, nur die Befreiung unseres gesamten Landes und nur die Verurteilung der Mörder kann Frieden bringen.“

Rückschlag für Russland

Die britischen Geheimdienste werten die jüngsten Angriffe auf zwei russische Militärflughäfen als signifikanten Rückschlag für den Kreml. Sollte Russland die Explosionen, deren Ursache noch unklar sei, als gezielte Attacken einstufen, sei dies wohl ein schweres Versagen beim Schutz der eigenen Truppen. Die Briten stufen den Vorfall auch aufgrund der geografischen Lage als bedeutsam ein: Der beschossene Stützpunkt „Engels“ sei mehr als 600 Kilometer von ukrainisch kontrollierten Gebieten entfernt. Das russische Militär setzte seine Angriffe in der Ukraine fort.

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