Raketenangriffe auf Kiew

Politik / 16.12.2022 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Russische Raketen haben neuerliche zahlreiche zivile Ziele in der Ukraine getroffen.Reuters
Russische Raketen haben neuerliche zahlreiche zivile Ziele in der Ukraine getroffen.Reuters

Russische Angriffe lassen in den Städten der Ukraine die Lichter ausgehen.

Kiew Mit den schwersten Raketenangriffen seit Wochen hat Russland erhebliche Teile der ukrainischen Stromversorgung lahmgelegt. In der von besonders vielen Raketen anvisierten Hauptstadt Kiew fielen am Freitag Licht, Wasser und Heizung aus. Auch in anderen Regionen gab es lange Stromausfälle. Der Energieversorger Ukrenergo rief einen Notfallmodus für das Stromnetz aus. Es war die neunte Welle von Raketenangriffen auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine. Zugleich bauen die russischen Truppen nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste ihre Verteidigungsfähigkeiten gegen drohende ukrainische Angriffe aus. Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew droht inzwischen offen auch den Nato-Staaten mit Angriffen.

Bei dem russischen Raketenschlag fing die ukrainische Flugabwehr eigenen Angaben zufolge knapp 80 Prozent der Raketen ab. „Heute Morgen wurden aus dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer vom Gegner 76 Raketen auf Objekte der kritischen Infrastruktur abgefeuert“, schrieb der ukrainische Oberkommandierende Walerij Saluschnyj im Nachrichtendienst Telegram. Dabei handle es sich um 72 Marschflugkörper und vier Lenkraketen. 60 Stück der Raketen seien abgeschossen worden.

Kiew im Visier

Angaben der Militärverwaltung von Kiew zufolge galt der Hauptschlag der Hauptstadt. Von 40 Raketen seien 37 über der Dreimillionenstadt abgefangen worden. Dabei sei ein Mensch verletzt worden. Die ukrainische Regierung wirft Russland Terror vor – mit dem Ziel, das Land in Dunkelheit und Kälte zu stürzen. Durch den neuerlichen Beschuss sei das Stromdefizit im Land deutlich gewachsen, teilte der Stromversorger Ukrenergo weiter mit. Vorrangig sollten Krankenhäuser, die Wasserversorgung und Heizkraftwerke sowie Kläranlagen mit Elektrizität versorgt werden, hieß es.

In Kiew sagte Bürgermeister Vitali Klitschko, dass noch mehr Einrichtungen mit autonomer Stromversorgung für den Notfall geöffnet werden sollten. Die Menschen können in solchen durch Generatoren betriebenen Punkten etwa ihre Mobiltelefone oder Powerbanks aufladen. Aufgrund des Beschusses stellte in Kiew die Metro den Verkehr ein, sie diente als Bunker. Die Menschen, die oft in Kälte und Dunkelheit sitzen, wurden erneut auf die öffentlichen Schutz- und Wärmestellen im Land hingewiesen.

Drohungen gegen Nato-Staaten

Russlands früherer Präsident Dmitri Medwedew hat mit Angriffen auf Nato-Länder gedroht. Streitkräfte und Objekte in Ländern, die offiziell im Krieg mit Russland stünden oder Verbündete des Gegners seien, stellten legitime Ziele für einen Angriff dar, schrieb Medwedew, der Vizechef des russischen Sicherheitsrates ist, am Freitag in seinem Telegram-Kanal. Dazu zählte der 57-Jährige auch die Nato.

Russlands früherer Präsident Medwedew droht Nato-Staaten neuerlich offen.
Russlands früherer Präsident Medwedew droht Nato-Staaten neuerlich offen.

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