Nur ein Drittel der Führungskräfte weiblich

Politik / 20.12.2022 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die sogenannte "gläserne Decke" zerschlagen, die Frauen weiterhin von Führungspositionen trennt: Das war das Thema dieser Installation in New York. In Österreich scheinen diese Decken noch stabil.<span class="copyright"> Reuters</span>
Die sogenannte "gläserne Decke" zerschlagen, die Frauen weiterhin von Führungspositionen trennt: Das war das Thema dieser Installation in New York. In Österreich scheinen diese Decken noch stabil. Reuters

Laut Rechnungshof verdienen Männer quer durch alle Branchen mehr als Frauen. Vorarlberg ist Schlusslicht.

Schwarzach Frauen verdienen in Österreich weiter deutlich weniger als Männer. Von allen Bundesländern ist die Kluft in Vorarlberg am höchsten. Hierzulande erhalten Frauen nur 53 Prozent des mittleren Einkommens der Männer, wie der neue Einkommensbericht des Rechnungshofs für das Jahr 2021 zeigt. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei den unselbstständigen Beschäftigten bei 48 Prozent.

22 Prozent weniger Geld bei Vollzeit

Dem Bericht zufolge lag das mittlere Jahreseinkommen bei den unselbstständigen erwerbstätigen Frauen bei 23.079 Euro, bei Männern bei 43.275. Einen relativierenden Einfluss haben Teilzeit und saisonale Beschäftigung, merkt der Rechnungshof an. Dies entfällt beim Vergleich von ganzjährig Vollzeitangestellten. Hier beträgt das mittlere Einkommen der Vorarlberger Männer 52.934, jenes der Frauen 41.091. Letzteres entspricht noch immer 78 Prozent von dem der Männer. Auch hier befindet sich Vorarlberg also auf dem letzten Platz.

Rund zwölf Prozent niedriger als in Österreich gesamt und damit auch am schlechtesten lag das mittlere Bruttojahreseinkommen der Vorarlberger Pensionistinnen und Pensionisten (20.441). Auch hier zeigt sich wieder die deutliche Kluft zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen lag das Bruttojahreseinkommen bei 15.958, bei Männern bei 29.101 Euro.

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Höhere Bildung, gleiches Geld

Dieser Trend ist österreichweit zu erkennen. Das mittlere Bruttojahreseinkommen aller unselbstständig Beschäftigten lag 2021 bei 31.407 Euro, Männer verdienten 37.707 Euro und Frauen nur 24.309 Euro. Dabei war der Unterschied zwischen den Geschlechtern unter Angestellten am größten. Um über dem Durchschnitt zu verdienen, brauchten Frauen einen Uni-Abschluss, bei Männern reichte ein Fachschulabschluss. 

Frauen verdienten 2021 in allen Beschäftigungsgruppen weniger als ihre männlichen Kollegen. Das mittlere Bruttojahreseinkommen von Arbeiterinnen und Arbeitern lag 2021 bei 23.248 Euro, wobei Frauen 13.434 Euro und Männer 30.030 Euro verdienten. Bei den Angestellten standen am Lohnzettel brutto im Schnitt 35.302 Euro, Frauen erhielten 26.953 Euro, bei Männern waren es 49.642 Euro. Vertragsbedienstete bekamen durchschnittlich 37.770 Euro, hier lag das Einkommen für Frauen durchschnittlich bei 34.134 Euro und für Männer bei 43.971 Euro. Beamtinnen und Beamte verdienten mit 60.974 Euro (Frauen) und 61.673 Euro (Männer) unterdessen nahezu gleich viel.

Nur ein Drittel der Führungskräfte

Die Einkommensunterschiede lassen sich zum Teil durch die Karrierewege erklären. Das Medianeinkommen von Führungskräften liegt bei 70.000 Euro, es ist damit fast viermal so hoch wie jenes von Hilfsarbeitskräften. Der Frauenanteil bei den Führungskräften liegt österreichweit bei gerade einmal 36 Prozent.

Zudem sind die Verdienstmöglichkeiten in jenen Branchen meist geringer, in denen überwiegend Frauen tätig sind. Dazu zählen etwa das Gesundheitswesen, die Beherbergung und die Gastronomie. Zu den Branchen mit den höchsten Einkommen gehört die Energieversorgung, hier waren deutlich mehr Männer als Frauen beschäftigt. VN-RAM, JUS

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