Tod von 63 Soldaten gemeldet

Politik / 02.01.2023 • 22:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Berichten zufolge haben sich die im Zuge der von Putin angeordneten Teilmobilmachung einberufenen Reservisten in dem Gebäude versammelt.  Sputnik/AFP
Berichten zufolge haben sich die im Zuge der von Putin angeordneten Teilmobilmachung einberufenen Reservisten in dem Gebäude versammelt.  Sputnik/AFP

Russland bestätigt: Raketen in besetztem Ort in der Ukraine eingeschlagen.

moskau, kiew Russland hat nach den ukrainischen Raketenschlägen im Donbass in der Nacht zu Neujahr den Tod von 63 Soldaten bestätigt. Die Raketen seien in eine vorübergehende Unterkunft im von Russland besetzten Ort Makijiwka (russisch: Makejewka) eingeschlagen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Montag mit. Den Angehörigen werde alle Hilfe zuteil, hieß es. Russland nennt sonst kaum Zahlen zu getöteten Soldaten in den eigenen Reihen. Es handelte sich um die bisher höchste von Russland selbst genannte Zahl von Toten an einem Ort. Zuvor hatte das ukrainische Militär von 400 getöteten russischen Soldaten und 300 Verletzten gesprochen.

Druck auf Ministerium

Am Montag berichteten dann auch kremlnahe Telegram-Kanäle und Kriegskorrespondenten von zahlreichen Toten in dem Ort im Gebiet Donezk. Die Rede war von mehr als 70 Toten und mehr als 100 Verletzten. Die Berichte erhöhten den Druck auf das Ministerium in Moskau, das am Nachmittag dann plötzlich am Ende des täglichen Kriegsbulletins eine Zahl nannte, die von vielen für zu niedrig gehalten wird. Die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass hatte am Sonntag über einen schweren Angriff auf die Stadt berichtet – und von 15 Verletzten gesprochen. Das wurde weithin als Lüge und Kriegspropaganda kritisiert. Zu sehen waren in den sozialen Netzwerken Bilder und ein Video von Trümmern eines völlig eingestürzten Gebäudes. Demnach wurden unter den Trümmern weitere Tote und Verletzte vermutet. Medien berichteten, dass die im Zuge der von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Teilmobilmachung einberufenen Reservisten sich in dem Gebäude versammelt hätten, um Neujahr zu feiern. Demnach wurde das ukrainische Militär wegen der hohen Aktivität von Datenverkehr mit Mobiltelefonen auf den Standort aufmerksam. Unbestätigten Berichten zufolge soll sich das Gebäude neben einem Munitionsdepot befunden haben, weshalb es zu verheerenden Explosionen gekommen sei.

Berichte über Fehler

Der von den russischen Besatzern eingesetzte stellvertretende Informationsminister Daniil Bessonow rief dazu auf, jene zur Verantwortung zu ziehen, die zugelassen hätten, die Männer in einem Gebäude unterzubringen. Auch früher schon gab es immer wieder Berichte über folgenreiche Fehler von russischen Kommandeuren in diesem Krieg. Putin musste in dem von ihm am 24. Februar begonnenen Einmarsch in die Ukraine schon eine Vielzahl an Niederlagen hinnehmen.

Von Sonntag auf Montag griff Russland die fünfte Nacht in Folge die Ukraine mit Kampfdrohnen an. In Kiew teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit, dass Energie-Infrastruktur beschädigt worden sei.  Bei den Angriffen wurden laut der ukrainische Flugabwehr 43 Drohnen und eine Rakete abgeschossen.

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