Moskau meldet Einnahme

Politik / 13.01.2023 • 22:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Kämpfe um die Stadt Soledar im Osten der Ukraine sollen blutig verlaufen. Die ukrainische Armee wehrt sich mit Raketenwerfern.AP
Die Kämpfe um die Stadt Soledar im Osten der Ukraine sollen blutig verlaufen. Die ukrainische Armee wehrt sich mit Raketenwerfern.AP

Kiew dementiert die Eroberung der Stadt Soledar im Gebiet Donezk im Osten der Ukraine.

Moskau, Kiew Nach tagelangen blutigen Gefechten und Häuserkämpfen hat Russland die Stadt Soledar im Gebiet Donezk im Osten der Ukraine nun offiziell für erobert erklärt. Die Ukraine wies das zurück. Es wäre die erste Einnahme einer Stadt durch die russische Armee seit Anfang Juli, als sie Lyssytschansk in dem Angriffskrieg gegen die Ukraine erobert hatte.

Es wäre auch ein wichtiger psychologischer Erfolg für die nach vielen Niederlagen geschwächte russische Armee, die seit Mittwoch auch eine neue Befehlsstruktur hat – mit Generalstabschef Waleri Gerassimow an der Spitze. Nach Darstellung Russlands helfe die Einnahme Soledars den russischen Truppen dabei, die gut zehn Kilometer entfernte Stadt Bachmut einzukesseln.

USA bestätigen Einnahme

Westliche Experten berichteten ebenfalls, dass Russland Soledar wohl eingenommen habe. Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) bewertete dies aber nicht als wichtige Entwicklung in dem Krieg.  Sollte Soledar gefallen sein, gerät dadurch die gesamte seit Juli von Kiew gehaltene Verteidigungslinie von Siwersk bis nach Bachmut ins Wanken. Zusammen mit den Berichten über russische Geländegewinne südlich von Bachmut könnte sich damit für die ukrainischen Truppen die Frage stellen, wie zweckmäßig es ist, dort weiter zu verbleiben. Sollte die Ukraine Bachmut preisgeben, wären die nächsten Ziele für die russische Armee die bisher relativ verschonten Städte Slowjansk, Kramatorsk, Druschkiwka und Kostjantyniwka.

In der Ukraine hatte Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar noch am Freitagmorgen mitgeteilt, dass weiter um Soledar gekämpft werde.

„In Soledar wird gekämpft, unsere Truppen halten sich gegen den Feind“, sagte auch der Sprecher der Ostgruppe der ukrainischen Streitkräfte, Serhij Tscherewatyj. Das Oberkommando prüfe, weitere Reserven und mehr westliche Ausrüstung nach Soledar und Bachmut zu verlegen.

Blutige Schlacht

Die Schlacht um Soledar gilt als eine der blutigsten seit Kriegsbeginn. In Moskau sprach Ministeriumssprecher Konaschenkow von mehr als 700 getöteten ukrainischen Soldaten. 

In dem seit fast einem Jahr andauernden Krieg gegen die Ukraine sollen Erfolgsmeldungen auch Präsident Putin stärken. Im Kreml sollen laut russischen Medienberichten schon die Vorbereitungen für eine Wiederwahl Putins 2024 angelaufen seien.

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